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Angespannte Lage in Fröndenberg: Seniorenheim evakuiert

Fröndenberg/Dortmund (dpa/lnw)

Nach Unwettern in Nordrhein-Westfalen kämpft vor allem die Stadt Fröndenberg im Ruhrgebiet gegen Wassermassen. Die Einsatzkräfte sind im Dauereinsatz. Sorge bereitet ein Regenrückhaltebecken: Hält es den Wassermassen stand?

Von dpa

Nach einem Unwetter mit Starkregen stehen Autos auf einem Parkplatz im Wasser. Foto: Kreispolizei Unna/dpa

In der Ruhrgebietsstadt Fröndenberg haben Einsatzkräfte in angespannter Lage auch am Montag gegen die Folgen von Starkregen und Gewitter gekämpft. In der Nacht wurde dort ein Seniorenheim evakuiert, nachdem das Wasser schon 50 Zentimeter hoch im Erdgeschoss stand, wie eine Sprecherin des Kreises Unna sagte.

In der Einrichtung sei der Strom ausgefallen, hieß es weiter. Die rund 50 Bewohner und Bewohnerinnen habe man in anderen Häusern untergebringen können. Der Keller stand am Montag weiter unter Wasser, im Erdgeschoss hatten sich Schlammmassen ausgebreitet. Mehrere geparkte und fortgespülte Autos stapelten sich im Bachlauf. Die Heimleitung geht von wochenlanger Schließung und einem immensen Schaden aus.

In der Stadt mit insgesamt rund 21.000 Einwohnern war besonders der östliche Teil schwer von den Wassermassen betroffen, wie die Kreis-Sprecherin schilderte. Sorgen bereite ein rund 80 mal 60 Meter großer Teich, der als natürliches Regenrückhaltebecken diene. Der Damm drohte porös zu werden, die Stabilität sei in Gefahr. Das THW sei vor Ort und pumpe ab. Im Osten und Zentrum Fröndenbergs stehen zudem nach Angaben des Kreises Unna nach wie vor viele Straßen und Keller unter Wasser. Die Unwetterzentrale habe für den Stadtteil Hohenheide einen Spitzenwert von 54,5 Litern Regen in einer Stunde gemeldet.

Die Lage hatte sich im Laufe des Sonntagabends so zugespitzt, das in der Nacht eine Großeinsatzlage ausgerufen worden war. Zwischen Sonntagmittag und Montagmorgen kam es zu 320 Einsätzen. Die Feuerwehr war weiter im Dauereinsatz. Rund 200 Kräfte seien mit Aufräumarbeiten befasst, unterstützt von Kollegen aus angrenzenden Kreisen. Auch aus Siegen-Wittgenstein eilten 55 Einsatzkräfte mit 14 Fahrzeugen zur Hilfe.

Einige Straßen wurden unterspült und waren auch am Tag nach dem Starkregen noch gesperrt. Betroffen blieb auch eine Bahnlinie - zwischen Fröndenberg und Wickede. Die Deutsche Bahn twitterte, dass die Regionalbahnen RE17 und RE57 ausfallen. Als Ersatz wurde ein Busverkehr eingerichtet. Ein DB-Sprecher ergänzte später, zwischen Fröndenberg und Hagen sei die Bahnstrecke wegen der Abpumparbeiten am Regenrückhaltebecken nicht befahrbar. Weitere Beeinträchtigung im NRW-Bahnverkehr infolge des Unwetters gebe es aber nicht mehr.

Starkregen und Überflutungen auf Straßen und Autobahnen hatten zudem in Dortmund und Duisburg besonders viele Einsätze ausgelöst. In Dortmund hieß es am Montag, die Feuerwehr sei am Sonntag unwetterbedingt zu 49 Einsätzen ausgerückt. Nach einem Blitzeinschlag in den Dachstuhl eines Einfamilienhauses habe die Feuerwehr einen Brand verhindern können. Niemand sei verletzt worden. Auch in Duisburg standen nach einem arbeitsintensiven Sonntag nur noch einzelne Aufräumarbeiten an, wie ein Feuerwehrsprecher am Montag sagte. «Wir haben keine Einsätze mehr offen.»

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