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Anklage gegen Inhaber von Sprachschule erhoben

Essen/Siegburg (dpa/lnw)

Von dpa

Eine Sprachschule in Siegburg bei Bonn soll immer wieder Einwanderern beim Schummeln in Sprachtests für wichtige Zertifikate geholfen haben - und dafür mehrere Hundert Euro kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft Essen hat Anklage gegen den Bonner Inhaber der Schule sowie gegen zwei weitere Männer aus Köln und eine Olpe erhoben, die die Prüflinge vermittelt haben sollen. Am Mittwoch hatte die «Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung» über den Fall berichtet.

An der Schule können Nicht-Muttersprachler in zweistündigen schriftlichen Prüfungen sowie einem kürzeren mündlichen Teil Sprachzertifikate erwerben, die für die Einbürgerung oder für Aufenthaltstitel vorgelegt werden müssen. Dafür, dass bei zahlreichen Prüfungen über Täuschungen hinweggesehen worden sei, sollen die Prüflinge über eine reguläre Gebühr hinaus mehrere Hundert Euro gezahlt haben.

Seit mindestens 2018 sollen in Dutzenden Fällen entweder Dritte unter falschem Namen die Aufgaben beantwortet haben oder es soll während der Prüfung Hilfestellung per Handy gegeben worden sein, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch erläuterte. Die mitangeklagten Kölner und der Mann aus Olpe sollen als Vermittler und Helfer aufgetreten sein. Angeklagt seien die vier wegen Beihilfe zu Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz oder das Staatsangehörigkeitsgesetz, je nachdem für welche Zwecke die mutmaßlichen Prüfungsbetrüger die Zertifikate eingesetzt hätten.

Die Masche war im Zuge ganz anderer Ermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft ans Licht gekommen war. Weil mindestens ein Zertifikat im Zuständigkeitsbereich der Ermittlungsbehörde aufgetaucht war, hat sie nun auch die Anklageerhebung vor dem Essener Landgericht übernommen. Die Prüflinge kommen aus verschiedenen Städten, viele aus dem Rheinland. Gegen sie ermitteln die jeweils zuständigen Behörden vor Ort.

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