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Bischof Genn: Skepsis gegenüber Deutschen in der Weltkirche

Münster/Berlin (dpa)

Von dpa

Felix Genn, Bischof von Münster. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Die Skepsis in der katholischen Weltkirche gegenüber dem derzeitigen Reformprozess in Deutschland hat nach Meinung des Münsteraner Bischofs Felix Genn auch etwas mit der deutschen Vergangenheit zu tun. «Es gibt die Gefahr, dass wir Deutschen in der Weltkirche als die gesehen werden, die es scheinbar immer besser wissen als die anderen», sagte Genn in einem Interview mit dem katholischen Online-Magazin «Kirche + Leben».

Nach seiner Erfahrung schwinge das oft mit. «Ich warne sehr davor, diese Gemengelage im Blick auf unsere Nationalität und Mentalität zu unterschätzen. Wenn der Eindruck entstünde: Wir deutschen Katholiken wissen es schon und machen es schon mal, und ihr anderen werdet vielleicht auch irgendwann dahin kommen - das wäre fatal und ist hochgefährlich.» Genn warnte: «Wir bleiben ein belastetes Volk mit einem belastenden Erbe.»

Der Reformprozess Synodaler Weg wird von den meisten deutschen Katholiken als überfällig betrachtet, in anderen Ländern aber teils mit Argwohn verfolgt. So mahnte einer der mächtigsten Männer des Vatikans, der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, diese Woche bei einem offiziellen Besuch in Berlin, das Miteinander der Weltkirche dürfe sich nicht nur auf nur einen bestimmten Teil beschränken. «Es ist in der Tat wichtig, sich wieder auf eine Einheit zu besinnen, die nicht von der Zustimmung zu gemeinsamen Visionen und Orientierungen abhängt», sagte Parolin. Beim Synodalen Weg geht es um die Position der Frau in der Kirche, die katholische Sexualmoral, den Umgang mit Macht und die priesterliche Ehelosigkeit, Zölibat genannt.

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