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Brasilianerin Lia Rodrigues erhält Kunstpreis der Katholiken

Bonn (dpa)

Von dpa

Die brasilianische Tänzerin und Sozialarbeiterin Lia Rodrigues erhält in diesem Jahr den Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken. «Lia Rodrigues und ihre aus den Favelas in Rio de Janeiro gecastete «Companhia de Danças» tanzen mit Zorn und mit Zärtlichkeit gegen Totalitarismus und für Humanität», hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz, die den mit 25.000 Euro dotierten Preis gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken vergibt. Er soll am 28. September 2021 verliehen werden. Der Ort steht noch nicht fest.

Die Preisträgerin (Jahrgang 1956) verstehe sich als künstlerische Dissidentin und Aktivistin gegen die alltägliche Diskriminierung in Brasilien, hieß es. Die in São Paulo geborene Rodrigues arbeitete Anfang der 1980er Jahre mit der «Compagnie Maguy Marin» in Frankreich.

Nach ihrer Rückkehr nach Brasilien gründete sie ihre eigene, in dem Favela-Komplex Maré, mit rund 130.000 Bewohnern einer der größten Rios, angesiedelte Tanzkompanie zunächst für klassisch an Akademien Ausgebildete und öffnete sie 2004 für Tänzerinnen und Tänzer aus den Favelas. Zudem rief sie in dem «Festival Panorama», das das Goethe-Institut Rio de Janeiro unterstützt, das wichtigste Tanzfestival Rios ins Leben und leitete es für viele Jahre.

«Rodrigues' Tanzstücke entstehen aus der Gemeinschaft mit den Ärmsten, mit den durch Rassismus und Diskriminierung Ausgeschlossenen. Sie versteht Tanz als eine Grundform menschlicher Bildung, die für alle da ist», erklärte die Jury. Der Preis wird zum zehnten Mal seit 1990 verliehen.

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