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Digitaler Impfnachweis in NRW anfangs an nur wenigen Stellen

Düsseldorf (dpa/lnw)

Der gelbe Impfausweis ist zu einem wichtigen Dokument im Alltag und beim Reisen geworden. Vollständig Geimpfte können sich zusätzlich einen digitalen Impfnachweis zur Nutzung in Apps erstellen lassen. Dafür wird aber noch vor Ort an technischen Lösungen gearbeitet.

Von dpa

Eine Corona-Impfung. Foto: Federico Gambarini/dpa/Symbolbild/Archiv

Der neue digitale Corona-Impfnachweis wird in Nordrhein-Westfalen zunächst nur an wenigen Orten zu bekommen sein. Die Kassenärztlichen Vereinigungen erklärten am Donnerstag, dass in den Praxen und Impfzentren noch keine elektronischen Impfzertifikate ausgestellt werden könnten. Damit bleibt am Anfang für vollständig Geimpfte nur der Weg über die Apotheken zum digitalen Impfnachweis. Einige von ihnen wollen bereits am Montag mit diesem Service starten.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein kündigte für ihr Gebiet den Postversand des E-Zertifikats automatisch in den nächsten Wochen an. Das gelte für diejenigen, die im Impfzentrum ihre Zweitimpfung erhalten und den Termin über die KV Nordrhein oder die Kommunen gebucht haben. Über den QR-Code, den die Post enthalten werde, könnten die Daten in die dafür vorgesehenen Apps hochgeladen werden.

Der neue digitale Corona-Impfnachweis soll jetzt in Deutschland schrittweise starten. Nach einer Testphase werden sich nach und nach Impfzentren, Praxen und Apotheken anschließen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin sagte. «Aber nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen.»

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiterhin gültigen gelben Impfhefts aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Per App soll damit ein Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern.

«Ab dem kommenden Montag (14.06.) soll das Zertifikat in Apotheken zu bekommen sein, allerdings wird dies noch nicht in den nordrheinischen Arztpraxen und Impfzentren möglich sein», erklärte die KV Nordrhein auf ihrer Internetseite am Donnerstag. Der Ausdruck der E-Zertifikate in den Impfzentren werde voraussichtlich erst Ende Juni möglich sein.

Im Moment könnten in den Praxen und Impfzentren noch keine elektronischen Impfzertifikate ausgestellt werden, hieß es am Donnerstag auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Viele Softwarehersteller befänden sich noch in der technischen Entwicklung und Erprobung der Verfahren. Auch müssten noch verschiedene Datenschutzaspekte geklärt werden.

Die 1. Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, Anke Richter-Scheer, sagte der dpa, sie könne noch kein Datum nennen, ab wann auch Hausärzte das digitale Impfzertifikat ausstellen können. Zugleich verwies sie darauf, dass die internationalen Impfausweise weiterhin gültig seien. Es bleibe grundsätzlich jedem Arzt selbst überlassen, ob er den elektronischen Ausweis ausstelle oder nicht.

«Die Hausärzte sind offen für den Einsatz, aber eine unbürokratische und technisch einfache Lösung ist zwingend notwendig», sagte eine Sprecherin des Hausärzteverbandes Nordrhein. Bis Mitte Juli solle eine technische Lösung bereitstehen, die das Ausstellen der Impfzertifikate direkt aus dem Praxisverwaltungssystem ermögliche.

Die Apotheken werden nach Einschätzung ihres Regionalverbandes Nordrhein die ersten sein, die den digitalen Corona-Impfpass in der Fläche anbieten werden. «Zum Start am Montag werden es noch nicht so viele Apotheken sein, weil die Apotheken noch technische, personelle und zum Teil auch räumliche Voraussetzungen schaffen müssen. Aber ein Teil wird auf jeden Fall dabei sein», hatte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, am Mittwoch gesagt.

Nach den Daten des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag ist in Nordrhein-Westfalen inzwischen fast jeder vierte Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Die Quote beträgt in NRW 24,6 Prozent und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 23,9. Mindestens einmal geimpft ist fast jeder zweite Einwohner von NRW. Die NRW-Quote von 49,6 liegt über dem Bundesdurchschnitt von 47,0.

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