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Experte Schüller: Woelki «opfert Mentor und Mitstreiter»

Köln (dpa) - Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hat dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki vorgeworfen, sich auf Kosten seines Vorgängers Joachim Meisner und anderer Bischöfe reinwaschen zu wollen. «Woelki stilisiert sich zur Lichtgestalt der Aufklärung und opfert dafür seinen Mentor Meisner und seine Mitstreiter Schwaderlapp, Assenmacher und Puff», sagte Schüller der Deutschen Presse-Agentur. «Er übernimmt keine politische Verantwortung. Das wird ihm auf die Füße fallen, denn ein Bischof ohne Vertrauen bei den Gläubigen mag formal Bischof bleiben, aber es fehlt ihm das Volk.»

dpa

Thomas Schüller, Theologe und Kirchenrechtler. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Münsteraner Professor sagte, er habe selbst als Persönlicher Referent des früheren Limburger Bischofs Franz Kamphaus gearbeitet. «Da bekommt man alle Fälle in der Post und am Telefon mit und sieht, wie der eigene Bischof handelt.» Es sei deshalb kaum glaubhaft, dass Woelki als Geheimkaplan von Meisner und später als Weihbischof in den Personalkonferenzen der Bistumsleitung nichts von Missbrauchsvorwürfen gegen verschiedene Priester mitbekommen habe.

Während das am Donnerstag veröffentlichte Gutachten zum Umgang mit Missbrauch im Erzbistum Köln dem 2017 gestorbenen Meisner mehr als 20 Pflichtverletzungen anlastet, wurde Woelki darin entlastet.

© dpa-infocom, dpa:210323-99-937281/2

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