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Fußball

«Feels good»: Reus schnörkellos, Bellingham überschwänglich

Lucien Favre gab den Titel als Ziel aus im DFB-Pokal - und seine Mannschaft lieferte im ersten Spiel. Beim ambitionierten Drittligisten MSV Duisburg war Dortmunds Weiterkommen nie in Gefahr. Nicht zuletzt dank des genesenen Kapitäns und eines Supertalents.

dpa

Dortmunds Marco Reus. Foto: Guido Kirchner

Duisburg (dpa) - Marco Reus machte beim Posten genau so wenig Schnörkel wie auf dem Platz. «Feels good», schrieb der Fußball-Nationalspieler gegen Mitternacht zu einem Bild vom Jubel seines Blitz-Tors beim Comeback. Mit dem ersten Ballkontakt, maximal drei Sekunden nach der Spielfortsetzung nach seiner Einwechslung, hatte der Kapitän von Borussia Dortmund beim 5:0 (3:0) im Erstrunden-Spiel des DFB-Pokals beim MSV Duisburg zum Endstand getroffen. Und Mitspieler Axel Witsel antwortete: «Gut, dich wieder bei uns zu haben, Kapitän.»

222 Tage hatte Marco Reus zuvor kein Pflichtspiel absolviert und am Montag in Duisburg schloss sich ein Kreis. Verletzt beim Pokal-Aus am 4. Februar bei Werder Bremen, mit einem Knalleffekt zurückgekommen beim ersten Pokal-Spiel der neuen Saison beim Drittligisten. «Es freut mich unheimlich für ihn», sagte BVB- und Nationalmannschafts-Kollege Emre Can: «Er ist enorm wichtig für uns. Ich hoffe, dass er dieses Jahr gesund bleibt und viele Tore schießt.»

Doch so wichtig Reus auch ist. Als er in der 57. Minute am Montag beim Drittligisten aufs Feld kam, hatten seine überwiegend blutjungen Kollegen das Spiel schon längst entschieden. Nicht zuletzt dank Jude Bellingham. Jenem 17-Jährigen, der für rund 25 Millionen Euro nach Dortmund gewechselt war. Und in seinem ersten Pflichtspiel so dominant, so spielprägend und so mitreißend agierte, dass manch einer glänzende Augen bekam. «Dass Lucien Favre ihn im ersten Pflichtspiel direkt in die Startelf stellt, ist schon ein Statement», sagte ARD-Experte Thomas Broich: «Aber man hat auch gesehen, warum. Er war der überragende Mann auf dem Platz.»

Freilich nur 45 Minuten, dann musste der Teenager, der in der Vorwoche schon als Englands jüngster Torschütze der U21-Nationalmannschaft Schlagzeilen geschrieben hatte, für eine jugendliche Unbeherrschtheit büßen. «Natürlich» habe er den Torschützen zum 2:0 (30.) wegen dessen Gelber Karte wegen Ballwegschlagens ausgewechselt, sagte Trainer Favre. Scheinbar fast schon entrüstet darüber, dass jemand überhaupt eine andere Begründung erwogen haben könnte. «Ich wollte nicht, dass er eine zweite Gelbe Karte sieht», sagte Favre. Dann schwärmte er von seinem nächsten Ausnahmetalent, das «eine gute Beschleunigung» habe, «aber auch defensiv sehr gut» sei. Um sich selbst dann einzubremsen: «Aber er ist erst 17.»

Bellingham selbst wusste offenbar kaum, wohin mit seiner Freude. Bei Instagram postete er um Mitternacht Bild um Bild. Beim Torschuss, beim Torjubel und so weiter. Seine Gelbe Karte postete er nicht.

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