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Fortuna hofft auf Aufstieg und sieht sich mental im Vorteil

Das dramatische 3:2 im Nachholspiel gegen Karlsruhe soll für Fortuna Düsseldorf im Saison-Endspurt noch zum Faktor werden. Trainer Rösler kann seine Genugtuung kaum verbergen und beschwört einen mentalen Vorteil im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr.

dpa

Düsseldorfs Trainer Uwe Rösler jubelt nach dem 3:2-Sieg über den KSC. Foto: Roland Weihrauch

Düsseldorf (dpa/lnw) - Uwe Rösler jubelte, als habe Fortuna Düsseldorf den Endspurt zum direkten Bundesliga-Wiederaufstieg bereits erfolgreich gemeistert. So lange ist es noch lange nicht, doch das dramatische 3:2 (1:1) am Montagabend im Zweitliga-Nachholspiel gegen den Karlsruher SC soll Initialzündung und Balsam zugleich sein. Für die Fortuna, aber auch für Rösler allein. Seine Genugtuung über den verdienten, aber in seiner Entstehung auch glücklichen Last-Minute-Sieg konnte der Fortuna-Coach nur schwer verbergen.

«Wir stehen viel weiter oben, als einige vielleicht gedacht haben», sagte der stolze 52-Jährige. Mit 52 Punkten hat der Bundesliga-Absteiger drei Spieltage vor dem Saisonende zum Hamburger SV aufgeschlossen. Zwar sind die Düsseldorfer auf Ausrutscher der Konkurrenz angewiesen, doch sind sie im Endspurt nun mittendrin im Rennen zumindest um den Relegationsrang drei.

Nach einigen Rückschlägen zur Unzeit in den vergangenen Wochen war den Fortunen diese Möglichkeit immer wieder abgesprochen worden. Auch deshalb rechnet im Umfeld kaum jemand damit, dass Röslers zum Saisonende auslaufender Vertrag verlängert wird. «Wir lassen uns da von außen überhaupt keinen Druck machen. Unser Fahrplan ist mit allen besprochen», bekräftigte Sportvorstand Klaus Allofs am Rande des Spiels bei Sky. Nach einer bevorstehenden Vertragsverlängerung hörte sich das nicht gerade an.

Möglicherweise feierte der Coach das Siegtor von Shinta Appelkamp in der fünften Minute der Nachspielzeit am Montag auch deshalb so ausgelassen, weil er es allen Zweiflern nun womöglich noch einmal so richtig zeigen kann. Allein mit seinen Einwechslungen machte Rösler alles richtig. Alle fünf Ergänzungsspieler, die nach der Pause kamen, waren an den beiden Toren der zweiten Halbzeit beteiligt.

Der späte Erfolg, der mit Zuschauern in der Arena wohl noch emotionaler ausgefallener wäre als ohnehin schon, soll nun zum Faktor für die Fortuna werden. Rösler sieht sein Team bereits mental im Vorteil. «Wir haben jetzt ein gutes Momentum. Wir hatten eine super Stimmung in der Kabine. Das wird uns jetzt helfen für die nächsten Spiele», befand der glückliche Coach.

Auch jemand anderen wird der Sieg mindestens genauso gefreut haben, wie Rösler und die Spieler: Vorstandschef Thomas Röttgermann. Zuletzt hatte es - mal wieder - Aufregung um unbedachte Äußerungen des 60-Jährigen gegeben. Röttgermann hatte in der «Rheinischen Post» über die seiner Meinung nach Versäumnisse seiner Vorgänger geklagt. «Hier sind in der Vergangenheit sicher die Hausaufgaben nicht gut gemacht worden» und «bei uns gibt es einen Entwicklungsstau von rund 15 Jahren» hatte er unter anderem gesagt.

Der Aufschrei in den lokalen Medien war riesig. Vor allem wohl eher deshalb, weil es nicht das erste Fettnäpfchen in Röttgermanns bislang zweijähriger Amtszeit in Düsseldorf ist. In der Sache erhielt er durchaus Zustimmung von Allofs. Dennoch taugt das Thema als Unruhestifter zur Unzeit. Vor dem Spiel gegen den KSC gab es ein Gespräch zwischen Röttgermann und Aufsichtsratsboss Björn Borgerding.

Der Sieg vom Montag könnte auch in dieser Angelegenheit beruhigend wirken. Denn zum Knall auf der Funktionärsebene dürfte es öffentlich kaum kommen, so lange die Aufstiegschance da ist. Dafür muss die Fortuna nun weiter siegen. Am Samstag (13.00 Uhr) geht es gegen Eintracht Braunschweig weiter. «Klar ist: Wir müssen jetzt alles gewinnen», sagte Matchwinner Appelkamp.

© dpa-infocom, dpa:210503-99-454853/3

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