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Bildung

Gebauer kündigt längeren Distanzunterricht an - auch Wechselunterricht in NRW vorstellbar

Bis Mitte Februar müssen die Schüler in NRW zuhause lernen. Spannend wird, ob der Distanzunterricht auch danach weitergeht. Die Schulministerin könnte sich auch etwas anderes vorstellen.

Claudia Kramer-Santel

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin in NRW. Foto: Rolf Vennenbernd

Zuschicken per Post als Original oder in Kopie, Ausgabe an Schultüren und -Fenstern, oder sogar der persönliche „Lieferdienst“ durch die Lehrerin oder den Lehrer: Normalerweise erhalten Schülerinnen und Schüler ja ihre Zeugnisse im Klassenzimmer. Doch in der Corona-Pandemie fällt auch dieses Ritual weg. Diesmal haben die Schulen vom Land die freie Wahl erhalten, wie sie die Übergabe gestalten. Fest steht: Der Stichtag der Übergabe ist Freitag, 29. Januar. Bislang läuft alles anscheinend ohne große Probleme.

Die meisten Schulen wählen den Postweg. Doch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer betonte am Dienstag während einer Pressekonferenz, dass auch das persönliche Abholen „gut im Einklang mit den Corona-Regeln“ stehe. „Die Schulen sind sehr kreativ.“ Dabei helfen Einbahnstraßenregeln, Masken und Abstände.

Sie bekräftigte, dass es mit dem Distanzunterricht bis zum 12. Februar weitergehen wird – in allen Schulen und Schulformen. NRW setze damit den Bund-Länder-Beschluss konsequent um. Vor drei Wochen hatte Gebauer noch gesagt, mit den Maßnahmen bis Ende Januar sei das «Maximum herausgeholt, danach darf es mit Distanzunterricht so nicht weitergehen».

Die Entscheidung sei „im Konsens“ nach Gesprächen mit allen Bildungsverbänden getroffen worden. Es sei eine weitere „Zeit der Vorsicht“ nötig. Zwar entwickelten sich die Infektionszahlen positiv, allerdings sei die Ausbreitung der Coronavirus-Mutationen die unbekannte Variable. Danach schloss sie neben völligem Präsenzunterricht auch Wechselunterricht nicht aus.

Weitere Auswirkungen auf Abschluss- und Abiturprüfungen sollten im Konsens der Kultusminister abgestimmt werden, sagte die Ministerin. Konkret sei bereits, dass die Abiturprüfungen in NRW um neun Tage verschoben worden seien. In vielen Fächern gebe es zudem zusätzliche Prüfungsaufgaben in den Fächern.

Schülerinnen und Schüler von Abschlussklassen des Berufskollegs können ausnahmsweise weiter im Präsenzunterricht beschult werden. Im Moment würden 4,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler landesweit die Notbetreuung in Anspruch nehmen, erklärte Gebauer. Die meisten davon in der Grundschule.

Die Ministerin betonte, man sei insgesamt weiter mit dem Distanzunterricht als im Frühjahrs-Lockdown. Sie empfahl den Schulen, auf die kostenlose Lernplattform „Logineo“ des Landes umzustellen. Sie werde bereits von 2260 Schulen benutzt und sei deutlich ausgebaut worden. Forderungen nach einem „Freischuss“ oder einer Art Kurzschuljahr erteilte sie eine Absage.

Die Länder hätten sich auf ein Abitur auf der Basis von Prüfungen verständigt. Wenn man davon abweiche, bestehe die Gefahr, dass der Abschluss nicht anerkannt werde. Abschlüsse in diesem Jahr seien aber kein Makel, im Gegenteil, sie seien eine Auszeichnung: „Wer in dieser Zeit durchkommt, verdient ein Sternchen.“

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