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Ginter zu Elternzeit: «Würde keinen Fußballer verurteilen»

Mönchengladbach (dpa

Von dpa

Mönchengladbachs Abwehrspieler Matthias Ginter am Ball. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Nationalspieler Matthias Ginter kann sich vorstellen, dass Fußballprofis in Zukunft Elternzeit beantragen werden. «Ich würde keinen Fußballer verurteilen, der das für sich in Anspruch nimmt», sagte der 27 Jahre alte Verteidiger des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach den «Funke Medien» (Mittwoch). Vater zu werden sei wohl das Schönste, was man erleben könne. «Wenn man sich da anschließend mehr Zeit nehmen möchte, dann sollte es, meiner Meinung nach, selbstverständlich sein, dass auch ein Fußballprofi länger bei seiner Familie bleiben kann.» Am Donnerstag ist Vatertag. Ginter hat einen Sohn.

Fußballer-Beruf und Familie zu vereinbaren, ist nach Ginters Darstellung nicht immer einfach. «Insbesondere wenn wir viele Englische Wochen haben oder ich bei der Nationalmannschaft bin und mehrere Tage oder Wochen unterwegs bin, ist es für meine Frau sehr stressig. Sie ist dann mehr oder weniger alleinerziehend.» Allerdings gebe es auch andere Berufe, die noch zeitintensiver seien.

Bedenken zum Thema Elternzeit äußerte dem Bericht zufolge hingegen Guido Burgstaller, Stürmer beim Zweitligisten 1. FC St. Pauli. «Das ist bei uns schwierig, weil man eine Menge Kondition verlieren würde und ja auch eine Verantwortung gegenüber dem Verein hat. Elternzeit wäre schwer umzusetzen – und vermutlich würde man auch auf Widerstand stoßen.»