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Gut 3000 Fälle an einem Tag: NRW bei Corona-Zahlen weit oben

Düsseldorf (dpa/lnw)

Mit dem Ende der Sommerferien gehen die Infektionszahlen kräftig nach oben. Nur noch in Hamburg ist die Infektionsrate höher. Unter den Infizierten sind viele Reiserückkehrer. Im Düsseldorfer Landtag lockert man unterdessen die Regelungen.

Von dpa

Gut ein Jahr nach der Installation von Acrylglaskabinen im Plenarsaal sind die Trennwände wieder abgebaut. Foto: Malte Krudewig/dpa

Mit gut 3000 neuen Corona-Infektionen ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen nach dem Ferienende auf einen Wert von 71,6 steil nach oben geklettert. Nur in Hamburg sind im bundesweiten Vergleich mit 75,9 mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen registriert worden, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervorgeht. Der Bundesdurchschnitt liegt mit 44,2 erheblich niedriger. Der Wert für NRW hatte am Vortag noch 64,6 und vor einer Woche 41,4 betragen.

Innerhalb eines Tages kamen in NRW 3040 Neuinfektionen hinzu. Es wurden acht neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona gemeldet.

Die Stadt Leverkusen hat bundesweit den höchsten Wert in der Liste des RKI vom Donnerstag mit 124,6. Auch Bonn (121,9), Wuppertal (121,9) und Bielefeld (103,8) haben die Marke von 100 überschritten. Insgesamt sind unter den zehn Regionen mit den bundesweit höchsten Inzidenzen sieben aus NRW. Darunter ist auch die Millionenstadt Köln, die mit 99,4 nur knapp unter der Marke von 100 lag. Unter dem Wert 35 lagen am Donnerstag nur der Kreis Kleve (25,3) und Bottrop (34,0).

«Die Dynamik des Infektionsgeschehens ist keine gute Nachricht», zitiert die «Neue Westfälische» Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD). Die Kontaktnachverfolgung stellt dem Medienbericht zufolge derzeit eines der größten Probleme dar. Reiserückkehrer hätten einen erheblichen Anteil am dynamischen Infektionsgeschehen. Die Sommerferien waren in NRW am Dienstag zu Ende gegangen.

Die Inzidenz, die bisher die Grundlage für viele Einschränkungen war, zieht künftig nicht mehr stufenweise Einschränkungen nach sich. In der ab Freitag geltenden neuen Corona-Schutzverordnung für NRW bleibt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 die einzige Kennziffer, ab der dann die «3G-Regeln» (geimpft, genesen oder getestet) zum Beispiel für Besuche in der Innengastronomie gelten. Die Politik nimmt stärker neben der Inzidenz die Impfungen und Patientenzahlen in den Blick.

In den NRW-Krankenhäusern steigt die Zahl der Corona-Patienten nach einer Übersicht der Landesregierung weiter leicht auf einem sehr niedrigen Niveau an. Mit dem Datenstand von Donnerstag werden 186 Menschen mit einer Corona-Infektion auf den Intensivstationen behandelt. Das sind elf mehr als am Vortag. Ende Dezember und Anfang Mai mussten je mehr als 1100 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt werden. Beatmet werden müssen 135 der 186 Intensivpatienten. Das sind 13 mehr als am Vortag. Anfang Mai waren es über 860.

Alle Stationen zusammengenommen werden 696 Patienten wegen Corona in den Krankenhäusern in NRW behandelt. Das sind 13 mehr als am Vortag. Landesweit sind 607 (615) Intensivbetten mit Beatmungstechnik frei, wie aus der Übersicht der Landesregierung weiter hervorgeht. Die Krankenhäuser hatte in der Vergangenheit bei steil steigenden Zahlen weitere Betten für Corona-Patienten mobilisiert, indem zum Beispiel planbare Operationen auf einen späteren Zeitraum verschoben wurden.

Unterdessen werden die Corona-Maßnahmen im Düsseldorfer Landtag etwas gelockert. Gut ein Jahr nach der Installation von Acrylglaskabinen im Plenarsaal sind die Trennwände zwischen den Abgeordneten vorerst wieder Geschichte. Der Abbau der Kabinen sei abgeschlossen, sagte ein Landtagssprecher am Donnerstag. In den Ausschussräumen bleiben die Trennwände bestehen.

Die mobilen Acrylkabinen waren im vergangenen Juni aufgestellt worden, damit alle 199 Abgeordneten wieder zusammenkommen konnten. Vorher hatte der Landtag drei Monate im Notbetrieb getagt. Mit Verweis auf «die steigende Impfquote, das frühzeitige Impfangebot an die Mitglieder des Landtags und ein kontrollierbares Infektionsgeschehen» hatte der Krisenstab Pandemie vergangene Woche beschlossen, dass die Kabinen im Plenarsaal wieder wegkommen.

Der Hintergrund: Im Plenarsaal - belüftet und mit Filtern ausgerüstet - gilt eine feste Sitzordnung. Bei einem positiven Test würden die unmittelbaren Sitznachbarn informiert. Am Platz müssen die Abgeordneten laut Landtag keine Maske tragen.

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