Gesundheit

Inzidenz sinkt weiter: Virus-Varianten verbreiten sich

In der Corona-Pandemie gibt es eine sichtbare und eine weitgehend noch verborgene Entwicklung: Die Neuinfektionsrate in NRW sinkt. Die als deutlich ansteckender geltenden Coronavirus-Mutanten werden aber immer häufiger entdeckt - jedenfalls dort, wo sie gesucht werden.

dpa

Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Britta Pedersen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der Richtwert für Corona-Neuinfektionen ist in NRW weiter gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies am Mittwochmorgen noch 81,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen 7 Tagen aus. Schon in den vergangenen Tagen war diese Quote in NRW kontinuierlich gefallen. Die Unterschiede in den Städten und Kreisen sind allerdings nach wie vor groß: Während das RKI am Mittwoch für Münster eine sogenannte 7-Tage-Inzidenz von 30,8 auswies, lag der Wert für Hagen bei 176,5.

Insgesamt meldeten die Behörden in Nordrhein-Westfalen dem RKI 2298 neue Corona-Infektionen und 176 weitere Todesfälle. Im bundesweiten Vergleich rangiert NRW bei der 7-Tage-Inzidenz im Mittelfeld. Thüringen lag am Mittwoch bei einem Wert von 148,9 - Hamburg bei 59,7. Bundesweit wurden zuletzt rund 83 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 7 Tagen verzeichnet.

Unterdessen entdecken immer mehr Kommunen in NRW die Mutationen des Coronavirus. Nach Kenntnissen des Gesundheitsministeriums seien landesweit bislang 31 Fälle der zunächst in Großbritannien entdeckten Sars-CoV-2-Variante (B.1.1.7) und sieben Fälle 7 der in Südafrika entdeckten Variante (B.1.351) nach Genom-Sequenzierungen bestätigt worden, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Beide Varianten gelten als Treiber neuer Infektionswellen.

Einzelne Städte meldeten allerdings schon viel höhere Fallzahlen. So seien in Köln bislang (Stand 2. Februar) 114 Fälle der Variante B.1.1.7 und 52 Fälle der Variante B.1.351 nachgewiesen worden, teilte eine Stadtsprecherin auf Anfrage mit. Seit Ende vergangener Woche werden alle positiven PCR-Tests von Personen im Zuständigkeitsbereich des Kölner Gesundheitsamts automatisch auf die Coronavirus-Varianten getestet.

Allein im Kreis Düren gibt es 66 nachgewiesene Fälle der englischen Mutante. Deshalb verschärfte der Kreis die Regeln zum Infektionsschutz. So muss der Mindestabstand bei erlaubten Treffen in Innenräumen statt 1,5 jetzt 2 Meter betragen, wie der Kreis am Mittwoch mitteilte. Haushaltsangehörige von Infizierten müssen demnach für 14 Tage in Quarantäne. Eine Freitestung nach 10 Tagen ist nicht möglich. Die Allgemeinverfügung des Kreises gilt in Absprache mit dem NRW-Gesundheitsministerium bis zum 16. Februar.

Experten gehen davon aus, dass die Mutanten bereits weiter verbreitet sind als bekannt. Sie gehen auch davon aus, dass eine umso schnellere Ausbreitung droht, je früher es Lockerungen beim Lockdown gibt. Bundesweit gibt es seit Tagen immer wieder Meldungen über einzelne Nachweise von Varianten.

«Es ist schwierig zu errechnen, wie viel Prozent der positiv Getesteten das mutierte Virus tragen», erklärte die Kölner Sprecherin. «Die Sequenzierung des Covid-19-Virus ist ein zeitaufwendiger Vorgang, der mehrere Tage dauern kann, und in der Zwischenzeit gibt es bereits wieder zahlreiche neue Indexfälle.»

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, möglicherweise könnten Verzögerungen in den Meldeketten zwischen kommunalen und Landesbehörden Ursache für die Diskrepanz bei den Zahlen sein.

© dpa-infocom, dpa:210203-99-280506/5

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