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Kohlekraftwerksblöcke gehen vorzeitig vom Netz

Bonn (dpa/lnw)

Der Fahrplan für den Kohleausstieg nimmt Formen an. Für weitere Kraftwerke steht jetzt fest, wann sie abgeschaltet werden.

Von dpa

In Nordrhein-Westfalen gehen im kommenden Jahr weitere Steinkohlekraftwerke vom Netz. Bei der dritten Runde der Auktionen von Entschädigungen für eine vorzeitige Stilllegung haben der Kraftwerksblock Bergkamen A des Essener Stromerzeugers Steag und der Block C im Uniper-Kraftwerk Gelsenkirchen einen Zuschlag erhalten. Auch das Steinkohlekraftwerk im Chemiepark Marl wird zum 31. Oktober 2022 abgeschaltet, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch mitteilte.

Die Kraftwerke dürfen dann keine Kohle mehr verfeuern. Die Übertragungsnetzbetreiber und die Bundesnetzagentur prüfen aber noch, ob sie zur Absicherung des Stromnetzes in kritischen Situationen in Reserve bleiben müssen.

Steag kam bei der Auktion auch mit zwei Kraftwerksblöcken an der Saar zum Zuge. Damit entfiel etwa die Hälfte der im Oktober kommenden Jahres vom Netz gehenden Steinkohlekapazität von rund 2130 Megawatt auf Steag. In den beiden vorangegangenen Auktionsrunden hatten aus NRW bereits der Block 9 im Steag-Kraftwerk Walsum, die RWE-Steinkohlekraftwerke Westfalen und Ibbenbüren und das Uniper-Kraftwerk Heyden in Ostwestfalen einen Zuschlag erhalten.

Bei der dritten Ausschreibungsrunde war die Nachfrage erstmals geringer als das von der Netzagentur angebotene Volumen. Zum 31. Dezember 2022 sollen nur noch maximal 15.000 Megawatt Steinkohle- und Braunkohle-Kleinanlagen in Deutschland Strom erzeugen. Dieses Ziel werde erreicht, betonte die Behörde.

«Der Kohleausstieg geht stetig voran«, sagte Präsident Jochen Homann. In den ersten drei Ausschreibungsrunden erhielten deutschlandweit Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 8400 Megawatt einen Zuschlag. Insgesamt sind acht Auktionen geplant.

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