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Urteile

Mann schießt auf Polizeibeamten: Siebeneinhalb Jahre Haft

Bei einer Verkehrskontrolle schießt ein Autofahrer auf einen Polizisten. Das Leben des Beamten wird durch eine kugelsichere Weste gerettet. Der Autofahrer nennt für seine Tat nach anfänglichem Schweigen im Prozess einen Grund.

dpa

Außenansicht des Land- und Amtsgerichts. Foto: Bernd Thissen

Hagen (dpa/lnw) - Nach einem Schuss auf einen Polizeibeamten in Gevelsberg hat das Landgericht Hagen einen 37-Jährigen zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das bestätigte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Der Angeklagte war im Mai 2020 am Steuer seines Autos von einer Polizeikontrolle gestoppt worden. Als er wenig später mitbekam, dass die Beamten per Funk über einen offenen Haftbefehl gegen ihn informiert wurden, hatte er eine Schusswaffe ergriffen und gezielt auf einen Polizisten geschossen. Der Beamte erlitt bei dem Treffer keine schweren Verletzungen, weil er eine kugelsichere Weste trug.

Nach anfänglichem Schweigen hatte der Deutsche die Tat im Prozess eingeräumt. Er gab an, er habe sich einer drohenden Festnahme entziehen wollen, weil er gefürchtet habe, im Gewahrsam schwere Entzugserscheinungen zu bekommen. Tatsächlich waren im Blut des Mannes später große Mengen Kokain festgestellt worden. Die Richter gingen daher im Urteil von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

Das Urteil lautet unter anderem auf versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

© dpa-infocom, dpa:210316-99-848474/2

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