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Ministerin: Hochwasser in NRW: Nie so verheerend wie aktuell

Duisburg (dpa/lnw)

Nach dem Unwetter ist vor dem Unwetter: Was können Kommunen tun, um sich besser gegen Extremwetter zu wappnen? Die Umweltministerin will schon bald mit den Städten und Kreisen über mögliche Konsequenzen aus der aktuellen Katastrophe beraten.

Von dpa

Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem. Foto: Rhein-Erft-Kreis/dpa

Seit Aufzeichnung der Pegelstände hat es in Nordrhein-Westfalen noch nie eine so großflächige und verheerende Hochwasserlage wie in diesen Tagen gegeben. Darauf hat NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Freitag hingewiesen. «Die Wassermassen haben in vielen Regionen bisher gemessene Werte überschritten», sagte sie in Duisburg am Sitz der Hochwassermeldezentrale des Landesumweltamts.

Die Ministerin kündigte an, die Lage mit den betroffenen Kommunen und Wasserverbänden in den nächsten Wochen genau zu analysieren. «Wir müssen mit aller Kraft die Widerstandsfähigkeit in Stadt und Land gegen die Folgen des Klimawandels stärken.» Eine Grundlage dazu habe die Landesregierung mit dem bundesweit ersten Klimaanpassungsgesetz und einer 15-Punkte-Offensive gelegt.

«Von 175 Pegeln an NRW-Gewässern wurden an 40 Messstellen stark erhöhte Wasserstände gemessen, die bisher bekannten Hochwassermarken wurden um bis zu einem Drittel überschritten», sagte der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes, Bernd Mehlig. In Hagen seien etwa an zwei Tagen insgesamt mehr als 240 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. «In normalen Jahren fallen im NRW-Durchschnitt im gesamten Juli nur rund 80 Liter.»

Nach seinen Angaben sind an den Oberläufen die Scheitel zwar überschritten, allerdings befinden sich die Wasserstände weiterhin auf hohem Niveau und sinken teils nur langsam. «Unterhalb von Talsperren werden durch das Entlasten noch einige Tage erhöhte Abflüsse zu verzeichnen sein.» Der Rhein bei Köln werde seinen Scheitel am Samstagvormittag voraussichtlich bei einem Pegelstand von 8,50 Metern erreichen.

Der Leiter der Essener Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes, Guido Halbig, warnte davor, dass ein fortschreitender Klimawandel in Zukunft häufiger zu solchen Extremereignissen führen wird: «Der Klimawandel zeigt einen ersten bedeutenden Kipppunkt des Klimasystems: den sich abschwächenden Jetstream.» Dieser sei das entscheidende Steuersystem für die Hoch- und Tiefdruckgebiete in unseren Breiten und damit für unser Wetter. «Schwächt sich die Höhenströmung ab oder verharrt an einer Stelle, sind Dürresommer wie 2018 bis 2020 oder dramatische Niederschläge wie in diesen Tagen die Folge.»

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