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Missbrauchsfall Münster

Verurteilte im Missbrauchsprozess legen Revision ein

Münster

Vor einer Woche ist der Hauptprozess im Missbrauchsfall Münster zu Ende gegangen. Haupttäter Adrian V. und die Mittäter wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Jetzt legen alle Angeklagten Revision ein.

Von dpa

Der Hauptangeklagte (M) steht zwischen seinen Anwälten Udo Vetter (r) und Wilfried Rath. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Nach den fünf Urteilen im Hauptprozess um den Missbrauchskomplex Münster haben alle Verurteilten Revision eingelegt. Das teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Die Frist laufe in der Nacht zu Mittwoch ab. Die Große Strafkammer hat noch bis etwa Anfang November Zeit für die schriftliche Urteilsbegründung. Mit der Zustellung haben die Anwälte der Verurteilten dann vier Wochen Zeit für die schriftliche Begründung der Revision. Bei diesem Rechtsmittel prüft der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe die Entscheidung des Landgerichts auf Rechtsfehler.

Das Gericht hatte am 6. Juli vier Männer und eine Frau verurteilt. Der Drahtzieher, der 28-jähriger Adrian V. aus Münster, muss für 14 Jahre ins Gefängnis. Bei ihm sieht das Landgericht Münster 29 Taten, darunter zahlreiche Vergewaltigungen in einer Gartenlaube im Norden von Münster, als erwiesen an. Der Deutsche gilt als Schlüsselfigur im Missbrauchskomplex.

Lange Haftstrafen

Die anderen Männer im Alter zwischen 31 und 43 Jahren aus Hannover (Niedersachsen), Schorfheide in Brandenburg und Staufenberg in Hessen wurden zu Haftstrafen zwischen zehn und zwölf Jahren und wegen Wiederholungsgefahr ebenfalls zu anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Wegen Beihilfe soll die Carina V. (46), die Mutter von Adrian V., für fünf Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte auf sechs Jahre plädiert.

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