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Landgericht Münster

Missbrauchskomplex: Fortsetzung mit weiteren Plädoyers

Münster (dpa)

In einem der größten Missbrauchsprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik hat die Staatsanwaltschaft Münster lange Freiheitsstrafen für den Münsteraner Adrian V. und drei weitere Männer gefordert. Mit den Plädoyers der Nebenkläger wird am Donnerstag der Hauptprozess im Missbrauchskomplex Münster fortgesetzt.

Von dpa

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Mit den Plädoyers der Nebenkläger wird am Donnerstag (9.00 Uhr) der Hauptprozess im Missbrauchskomplex Münster fortgesetzt. Anschließend sollen sich am Landgericht Münster die ersten Verteidiger zum Strafmaß äußern. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag am 48. Prozesstag für den mutmaßlichen Haupttäter aus Münster (28) 14 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert.

Nach dem Willen der Anklage soll ein Mann aus Hannover (36) für zehn Jahre ins Gefängnis, ein 43-Jähriger aus Schorfheide in Brandenburg für elf Jahre und sechs Monate, ein Mann (31) aus dem hessischen Staufenberg für zwölf Jahre. Auch für sie hatte die Staatsanwaltschaft wegen Wiederholungsgefahr die anschließende Sicherungsverwahrung beantragt. Die Mutter des mutmaßlichen Drahtziehers soll für sechs Jahre wegen Beihilfe in Haft.

Die Plädoyers finden zum Schutz der Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Urteile könnten Ende Juni oder Anfang Juli gesprochen werden. Angeklagt sind mehrere Männer und eine Frau. Darunter ein heute 28-jähriger IT-Fachmann, der als Haupttäter gilt. Er soll seinen inzwischen elf Jahre alten Ziehsohn immer wieder schwer sexuell missbraucht, vergewaltigt und anderen Männern zugeführt haben. Einer der Tatorte war eine heute abgerissene Gartenlaube in Münsters Norden.

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