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Prozess im Missbrauchsfall Münster

31-jährige Mutter eines Opfers vor Gericht

Münster

Erst am Dienstag ist das Hauptverfahren im Missbrauchsfall Münster zu Ende gegangen. Doch schon im August startet der nächste Prozess. Angeklagt ist die Mutter eines der Opfer des schweren sexuellen Missbrauchs.

Von dpa

Die Mutter eines der Opfer im Missbrauchsfall Münster muss sich ab August vor Gericht verantworten. Foto: dpa

Nach dem Ende des Hauptverfahrens im Missbrauchsfall Münster steht ab dem 5. August die Mutter eines der schwer sexuell missbrauchten Kinder vor Gericht. Das Landgericht Münster hat die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen die 31-Jährige wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Kindesmissbrauch durch Unterlassen zugelassen, wie ein Sprecher des Gerichts der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte. Bis Ende September sind neun Verhandlungstage angesetzt.

Bei der Frau handelt es sich um die Lebensgefährtin des am Dienstag verurteilten Adrian V., der als Drahtzieher in dem Missbrauchskomplex gilt. Laut Anklage geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Frau spätestens seit Oktober 2018 gewusst haben soll, dass ihr Lebensgefährte sich wiederholt an ihrem Sohn vergangen hat. Dies soll er ihr während eines gemeinsamen Urlaubs gestanden haben, ohne dass sie die Beziehung beendete. Sie soll daraufhin ihr leibliches Kind dem heute 28-jährigen Adrian V. ungeschützt überlassen haben, statt es zu schützen. V. wurde am Dienstag zu 14 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Vergewaltigung des Sohnes nicht verhindert

Bei Missbrauchstaten in der eigenen Wohnung sei sie nach den Ermittlungen meistens nicht dabei gewesen. Einige Taten soll sie aber mitbekommen haben. Laut Anklage besteht der Verdacht, dass sie bei zwei Gelegenheiten in Gegenwart des heute elf Jahre alten Jungen Sex mit ihrem Lebensgefährten hatte, einmal soll sie anschließend den Sohn ermuntert haben, eine sexuelle Handlung an dem heute 28-Jährigen vorzunehmen. Die anschließende Vergewaltigung soll sie mitbekommen und nicht verhindert haben.

Der Missbrauchsfall Münster

Nachzuweisen war es der Frau bislang nicht, dass sie auch von Gewalttaten anderer Männer gegen ihren Sohn gewusst hat. Sie war Anfang Februar festgenommen worden, nachdem die Auswertung zahlreicher IT-Asservate sowie die Aussage eines weiteren Tatverdächtigen die Vorwürfe gegen sie erhärtet hatten. Zu den Vorwürfen schweigt sie.

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