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Mobiles Datenlabor soll Ermittlern Zeitgewinn verschaffen

Düsseldorf (dpa/lnw)

Bilder, Videos, USB-Sticks, Handys, Computer oder ganze Serverräume. Daten sind in vielen Fällen der Schlüssel zum Ermittlungserfolg, wie der Innenminister sagt. Das LKA in Düsseldorf verfügt über ein neues Spezialfahrzeug. Es soll bei Großeinsätzen einen Zeitgewinn bringen.

Von dpa

Herbert Reul (CDU) bei einer Pressekonferenz. Foto: David Young/dpa/Archivbild

Mit einem Datenlabor auf Rädern will die Landespolizei Nordrhein-Westfalens bei Großeinsätzen wie Anschlägen, einer Amoklage oder Fällen von Schwerstkriminalität die Ermittlungen beschleunigen. Innenminister Herbert Reul (CDU) stellte am Dienstag in Düsseldorf einen rund 400.000 Euro teuren neuen Transporter vor, der mit drei Arbeitsplätzen für IT-Ermittler und einem Rechenzentrum mit 100 Terabyte Speicher ausgestattet ist. Außerdem kann unter einem ausziehbaren Vordach ein Arbeitsplatz aufgebaut werden, um Videos und Bilder, die Zeugen mit ihrem Handy gemacht haben, zu überspielen.

«Das ist gut investiertes Geld», betonte Reul. In vielen Fällen gerade schwerster Kriminalität sei die schnelle Datenauswertung der Schlüssel zum Ermittlungserfolg. Es gehe um einen Zeitgewinn. Aber auch in Fällen von Kindesmissbrauch komme es darauf an, Daten schnell auszuwerten, um die Opfer zu schützen. Als ein weiteres mögliches Einsatzfeld nannte Reul Extremismus. Auch in diesen Fällen könne es wichtig sein, vor Ort einen ersten Blick auf gespeicherte Daten zu werfen. Das Spezialfahrzeug sei nicht im stillen Kämmerlein erdacht worden, sondern von Polizisten für Polizisten konzipiert worden.

Der Direktor des Landeskriminalamtes NRW, Ingo Wünsch, kündigte eine Erweiterung der Speicherkapazität auf fast ein halben Petabyte an. Das Fahrzeug verfüge über bundesweit einmalige Leistungsmerkmale. «Und ich glaube, das wird auch Schule machen.» Mit Batterien und Dieselgenerator könne das mobile Datenlabor ohne Stromanschluss arbeiten. Es habe eine Kameraausrüstung an Bord, die eine kabellose Bildübertragung von konterminierten Tatorten in der Umgebung liefere. Wünsch verwies auf den Rizin-Fall in Köln. Eine weitere Möglichkeit sei das Vernetzen des mobilen Labors mit dem Auswerteverbund der NRW-Polizei. Per Videokonferenz könnten Experten zugeschaltet werden.

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