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Impfungen für weitere Berufsgruppen

Nächste Etappe im Impfmarathon

Münster/Düsseldorf

Die Priorisierungsgruppe 3 ist für die Impfanmeldung geöffnet. Aber wer kommt sofort zum Zug? Und wie schlägt sich NRW beim Impfen im Vergleich zu anderen Ländern? Wir geben einen Überblick.

Stefan Biestmann

In den vergangenen sieben Tagen wurden nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums 158 000 Menschen pro Tag geimpft. Foto: Federico Gambarini/dpa

NRW macht bei den Impfungen Tempo und öffnet die Priorisierungsgruppe 3. Wer darf sich anmelden und wie schnell geht es in NRW und Deutschland voran? Fragen und Antworten rund um die nächste Etappe im Impfmarathon.

Welche Berufsgruppen sind jetzt zusätzlich impfberechtigt?

Dazu gehören laut NRW-Gesundheitsministerium Mitarbeiter im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten, Lehrer und Beschäftigte an weiterführenden Schulen, Mitarbeiter im Justizvollzug mit Gefangenenkontakten, Steuerfahnder, Gerichtsvollzieher, Beschäftigte in den Servicebereichen der Justizbehörden und im Ambulanten Sozialen Dienst der Justiz sowie Richter und Staatsanwälte. „Der Nachweis der Impfberechtigung muss bei den Berufsgruppen über eine Arbeit­geberbescheinigung erfolgen“, erklärte das Ministerium.

Die genannten Berufsgruppen können sich ab diesem Donnerstag anmelden. Erst „ab der zweiten Maihälfte“ starte die Anmeldung für Beschäftigte der Polizei, des Katastrophenschutzes sowie der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr. Nach Angaben des Ministeriums folgen in der Prio-Gruppe 3 noch weitere Berufsgruppen zu einem späteren Zeitpunkt. Das gelte auch für weitere Personengruppen mit Vorerkrankungen. „Wir machen das Schritt für Schritt“, sagte ein Minis­teriumssprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Wer darf sich noch ab sofort anmelden?

Auch bis zu zwei Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren sowie Eltern von schwer erkrankten Kindern können sich schon ab sofort anmelden.

Welcher Impfstoff kommt zum Einsatz?

Für alle genannten Personengruppen kommen Vakzine von Biontech und Moderna zum Einsatz. „Eine Wahl des Impfstoffs ist nicht möglich“, teilt das Ministerium mit. Die Impfungen erfolgen in den Impfzentren.

Was ist mit den 60- bis 69-Jährigen?

Sie erhalten kein Angebot in den Impfzentren, sondern sollen sich nach Angaben von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei ihrem Hausarzt mit Astrazeneca impfen lassen. Anfang Juni soll die Impfreihenfolge in den Arztpraxen dann enden.

Wann steigen die Betriebsärzte ein?

Sie sollen nach Angaben des Landes voraussichtlich ab dem 7. Juni mitimpfen dürfen.

Wie schlägt sich NRW im Vergleich?

NRW hält sich weiter in der Spitzengruppe. Mehr als 5,5 Millionen Einwohner des Bundeslandes

haben laut Robert-Koch-Institut (RKI) mindestens eine Erstimpfung erhalten (Stand 5. Mai, 12 Uhr) – das sind 31 Prozent der Bürger. Damit liegt für NRW jetzt sogar Rang zwei in Reichweite, den derzeit Mecklenburg-Vorpommern mit 31,6 Prozent belegt. Ganz vorne thront weiter das Saarland mit 33,1 Prozent. Mehr als 1,3 Millionen Impfungen in NRW erfolgten in Arztpraxen, berichtete das Ministerium auf Anfrage unserer Zeitung. 1,4 Millionen Menschen in NRW sind vollständig geimpft – das sind 7,9 Prozent. In diesem Ranking ist NRW abgerutscht und rangiert nur noch auf Platz zwölf. Ganz vorne liegt Thüringen mit 12,2 Prozent. In den vergangenen sieben Tagen sind laut Ministerium in NRW im Schnitt täglich 158 000 Menschen geimpft worden.

Wie schnell geht es bundesweit voran?

In Deutschland haben 29,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das sind mehr als 24,5 Millionen Menschen. 6,9 Millionen Menschen sind vollständig geimpft (8,3 Prozent). Am Dienstag wurden laut RKI 813 290 Impfspritzen gesetzt. Die Rekordmarke datiert vom vergangenen Mittwoch, als an einem Tag 1,1 Millionen Menschen geimpft wurden.

Was ist mit den Impfungen in sozialschwachen Stadtteilen?

Für benachteiligte Stadtteile wie in Köln-Chorweiler will das Land NRW den Kommunen 100 000 Impfdosen bereitstellen, davon 70 000 des Impfstoffes von Johnson & Johnson, der nur einmal geimpft werden muss.

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