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NRW-Grüne zu Afghanistan: Laschet-Äußerung «unchristlich»

Düsseldorf (dpa/lnw)

Von dpa

Mona Neubaur, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbild

Nach der faktischen Machtübernahme der Taliban in Afghanistan haben die Grünen in NRW schnelle Aufnahmeprogramme für besonders gefährdete Menschen verlangt. Armin Laschet stehe als CDU-Bundeschef und NRW-Ministerpräsident in der Verantwortung, sagte Grünen-Landesvorsitzende Mona Neubaur. «Es ist jetzt die Zeit, konkret Aufnahmekontingente zu organisieren.» Vor allem Frauenrechtlerinnen und Menschenrechtsaktivisten müssten schnellstmöglich Aufnahme in Deutschland finden.

Der Co-Vorsitzende Felix Banaszak kritisierte Laschet scharf für seine Äußerung zum Thema Flüchtlingsaufnahme. In Afghanistan seien viele Menschen akut vom Tod bedroht. Für drastische Fehleinschätzungen von Bundesregierung und besonders von Außenminister Heiko Maas (SPD) «werden jetzt viele Menschen mit ihrem Leben bezahlen.» Dass Laschet in einer solchen Lage «innenpolitisch motiviert» sinngemäß sage, 2015 dürfe sich nicht wiederholen, sei «unanständig, unchristlich und am Ende auch unwürdig», sagte Banaszak.

Der Unions-Kanzlerkandidat hatte sich am Montag skeptisch über eine Aufnahme afghanischer Flüchtlinge in großer Zahl geäußert. «Ich glaube, dass wir jetzt nicht das Signal aussenden sollten, dass Deutschland alle, die jetzt in Not sind, quasi aufnehmen kann», sagte er. «Die Konzentration muss darauf gerichtet sein, vor Ort, jetzt diesmal rechtzeitig - anders als 2015 - humanitäre Hilfe zu leisten.» 2015 waren mehrere hunderttausend Migranten weitgehend unkontrolliert nach Deutschland eingereist.

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