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NRW will Umnutzung von Baudenkmälern erleichtern

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Umnutzung von denkmalgeschützten Gebäuden in Nordrhein-Westfalen soll erleichtert werden. Das sieht ein Entwurf des Landesbauministeriums für ein neues Denkmalschutzgesetz vor. Vorgesehen sei eine abgestufte Vorgehensweise, «ohne den Denkmalwert zu gefährden», heißt es in dem Entwurf. So sollen etwa Höfe, Burgen, Schlösser, Wohn- oder Handelshäuser möglichst so wie ursprünglich genutzt werden. Gelingt das nicht, soll eine gleichwertige Nutzung angestrebt werden. Wenn das auch nicht möglich ist, sei beispielsweise auch ein Hotelbetrieb in einer Burg oder ein Verwaltungszentrum in einem Schloss denkbar. Dabei müsse aber ein möglichst weitgehender Erhalt der denkmalwerten Substanz auf Dauer gewährleistet werden.

dpa

Ina Scharrenbach (CDU), Bauministerin von Nordrhein-Westfalen, spricht. Foto: Federico Gambarini

«Jedes Baudenkmal ist einzigartig und soll als Quelle und Zeugnis menschlicher Geschichte und prägender Bestandteil der Kulturlandschaft für die Nachwelt dauerhaft erhalten und gesichert werden», erklärte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU).

Künftig muss dem Entwurf zufolge nicht mehr jede der 396 nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden einen Denkmalpfleger beschäftigen. Der Grund: Besonders für kleine Kommunen ist es oft schwierig, freie Stellen im Denkmalschutz besetzen zu können. Daher sollen sich kleinere Gemeinden künftig eine Fachkraft teilen oder die Aufgabe gegen Bezahlung an den Kreis delegieren können.

Geplant ist zudem die Bildung eines Landesdenkmalrats, in den auch Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche sowie der jüdischen Gemeinden entsandt werden sollen. Dem Gremium sollen zudem Kammervertreter, Heimatbünde, kommunale Spitzenverbände, Politiker und Wissenschaftler angehören.

In NRW gibt es mehr als 80 000 eingetragene Baudenkmäler und mehr als 7000 eingetragene Bodendenkmäler. Rund 80 Prozent der Baudenkmäler sind in Privatbesitz. Zu den Bodendenkmälern gehören beispielsweise Ausgrabungsstätten wie ehemalige Römerlager und -städte, das jüdische Viertel in Köln, Burgen und Klöster.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) befürchtet eine Schwächung der Baudenkmalpflege. Die archäologische Denkmalpflege werde zwar gestärkt, aber in der Baudenkmalpflege werde es insgesamt deutlich schlechter, erklärte LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger. Der LWL begrüßte zugleich die Gründung eines Landesdenkmalrats und die geplante Stärkung der unteren Denkmalpflege in Städten und Gemeinden. Denn genau dort fehle es oft an Fachexpertise.

© dpa-infocom, dpa:210305-99-701468/2

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