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Gesundheit

Samstag starten neue Erstimpfungen in NRW

Endspurt beim Impf-Marathon in Alten- und Pflegeheimen: Nach einer Unterbrechung wegen Lieferengpässen kann die Spritze jetzt wieder gezückt werden. Die Schutzbedürftigsten mit dem höchsten Corona-Sterberisiko sollen schnellstens «durchgeimpft» werden.

dpa

Eine Corona-Schutzimpfung wird durchgeführt. Foto: Sven Hoppe

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach eineinhalb Wochen Zwangspause können in nordrhein-westfälischen Alten- und Pflegeheimen von diesem Samstag an wieder Erstimpfungen verabreicht werden. Wegen Lieferschwierigkeiten beim Pharma-Unternehmen Biontech mussten sie seit dem 20. Januar ausgesetzt werden. Zweitimpfungen waren weiter verabreicht worden.

Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums hat es in NRW bislang insgesamt fast 490 000 Impfungen gegeben. Über 80 Prozent der rund 2300 Alten- und Pflegeeinrichtungen im Land seien schon durch mobile Impfteams besucht worden.

Da dort derzeit nur Impfstoff des Pharma-Unternehmens Biontech verwendet wird, sieht Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) keine Auswirkungen auf die bisherigen Planungen für NRW - trotz der Lieferstreitigkeiten mit dem Pharmakonzern Astrazeneca. Ab dem 8. Februar sollen wöchentlich etwa 70 000 Menschen ab 80 Jahren in einem der 53 Impfzentren in NRW eine Erstimpfung erhalten.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca in der EU empfohlen. Trotz zuvor von anderen Experten geäußerten Bedenken empfehlen die EMA-Experten die Zulassung für Menschen aller Altersstufen ab 18 Jahren.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Montag über die Lage beraten. An einer Videokonferenz sollen die Ministerpräsidenten der Länder, mehrere Bundesminister, Impfstoffhersteller sowie Vertreter der EU-Kommission teilnehmen, die für die gesamte EU Impfstoff bei verschiedenen Herstellern einkauft. Mit konkreten Beschlüssen ist laut Regierungssprecher Steffen Seibert allerdings nicht zu rechnen. Vielmehr gehe es um einen Austausch zur weiteren Impfstrategie und eine gemeinsame Informationsbasis.

Das NRW-Gesundheitsministerium wollte sich im Vorfeld des Gipfels nicht positionieren - auch nicht zu Vorschlägen, Erzieher, Lehrer, Medizinpersonal oder Polizisten früher als bislang geplant mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen zu lassen, der als besonders preiswert und handlich für Massen-Impfungen gilt. NRW werde die Vorgaben der Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums umsetzen, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. «Wenn diese geändert wird, wird auch das Land seine Impfstrategie anpassen.»

Am Montag hatte in NRW mit reichlich Startschwierigkeiten die Terminvergabe für Corona-Schutzimpfungen an über 80-Jährige begonnen, die zu Hause leben. Laut Zwischenbilanz des Ministeriums waren bis zum Freitagmorgen insgesamt 942 500 Termine vergeben worden. Berechtigt ist derzeit, wer mindestens 80 Jahre alt ist.

© dpa-infocom, dpa:210129-99-224932/6

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