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Senior erstochen: 20-Jähriger muss in Psychiatrie

Siegen (dpa/lnw)

Totschlag statt Mord. So bewertet das Landgericht Siegen die Bluttat eines 20-Jährigen, der einen Senior aus Hilchenbach mit mindestens 70 Stichen tötete.

Von dpa

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Im Prozess um den grausamen Tod eines Seniors hat das Landgericht Siegen am Freitag für den Angeklagten eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Deutsche den 74-jährigen Witwer in Hilchenbach mit einem Messer und einem Schraubenzieher auf brutale Weise tötete. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten auf Mord plädiert, das Gericht sah dagegen den Tatbestand des Totschlags als gegeben an.

Der 20-Jährige habe im August 2020 nicht aus Mordlust oder Habgier gehandelt, sondern in einem psychotischen Ausnahmezustand. Befeuert habe ihn eine angstlösender und enthemmender Drogenkonsum. Im Zeitraum der Tat sei der Beschuldigte als schuldunfähig anzusehen, befand die Kammer.

Der Mann war auf der Suche nach Wertgegenständen und Drogen in das Haus des Witwers eingedrungen. Es kam zu einem Kampf und der Bluttat, bei der der 20-Jährige rund 70 Mal auf sein Opfer einstach.

Nach der Tat bestellte der nun Verurteilte über den PC des Seniors zwei E-Bikes im Wert von über 11 000 Euro. Als er diese am Tag darauf mit einer gefälschten Überweisung bezahlen wollte, fiel er auf und wurde in der Nähe des Tatorts festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, er habe aus Mordlust und Habgier getötet. Dabei war auch die Anklage von Schuldunfähigkeit ausgegangen. Sie hatte von einer paranoiden Schizophrenie gesprochen und sich ebenfalls für eine Unterbringung im Maßregelvollzug ausgesprochen.