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Stamp: NRW will Ortskräfte aus Afghanistan aufnehmen

Düsseldorf (dpa/lnw)

Von dpa

Nordrhein-Westfalen hat sich bereit erklärt, schnell und unbürokratisch Ortskräfte aus Afghanistan aufzunehmen. «Selbstverständlich wird Nordrhein-Westfalen die Menschen, die uns vor Ort geholfen haben, aufnehmen», sagte NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP), der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, der «Rheinischen Post» (Montag). Angesichts der dramatischen Situation gehe es jetzt nicht darum, über Verteilungsschlüssel zwischen den Ländern zu sprechen. «Jetzt geht es um die Rettung unserer Freunde und Verbündeten. Wir haben in unseren Einrichtungen in NRW entsprechende Versorgungskapazitäten für eine schnelle Aufnahme.» Zugleich kritisierte der FDP-Politiker das Auswärtige Amt: «Ich finde es unverantwortlich und beschämend, dass Außenminister Maas so lange gewartet hat, unsere Unterstützer zu evakuieren.» Mit Blick auf eine mögliche Flüchtlingswelle sagte Stamp der Zeitung, er erwarte keine Entwicklung wie 2015/2016: «Die meisten Flüchtlinge werden in der Region bleiben. Allerdings muss Deutschland jetzt den Nachbarstaaten bei der Versorgung der Geflüchteten helfen.» Stamp betonte zugleich: «Wenn sich der Fehler von 2014 wiederholt, als die syrischen Nachbarländer mit der Flüchtlingsversorgung im Stich gelassen wurden, könnte sich sonst in einigen Monaten aus Hoffnungslosigkeit eine Fluchtwelle Richtung Europa in Bewegung setzen.» Die UN-Organisationen brauchten schnell ausreichende finanzielle Unterstützung, um die Flüchtlinge vor Ort zu versorgen.

Der NRW-Integrationsminister plädierte zudem dafür, dass die Bundesregierung sich für eine internationale Konferenz einsetzt, «um geordnet die am meisten bedrohten Flüchtlinge international zu verteilen.» Ein Vorbild könnte die Genfer Konferenz von 1979 sein, durch die international Boots-Flüchtlinge aus Vietnam gerettet und in verschiedene Teile der Welt geordnet umgesiedelt worden seien.

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