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Stiftungsgeld veruntreut: Jurist will 50 000 Euro zahlen

Essen (dpa/lnw) - Nach jahrelanger Veruntreuung von Geldern einer Kinderstiftung will ein Essener Ex-Anwalt und -Notar 50 000 Euro zurückzahlen, um einen Teil des Schadens zu begleichen. Das habe ein Rechtsgespräch mit dem Gericht zum Auftakt des Untreue-Prozesses gegen den Juristen ergeben, teilte seine Anwältin am Mittwoch mit. Der Vorsitzende Richter beim Essener Amtsgericht vertagte den Prozess auf den 19. Mai. Bis dahin habe der Angeklagte die Zahlung der Summe versprochen, sagte der Vorsitzende. Der Ex-Anwalt, der inzwischen seine Zulassung zurückgegeben hat, hatte sich selbst angezeigt.

dpa

Das Eingangsschild des Land- und Amtsgericht Essen. Foto: Caroline Seidel

Er soll laut Gericht als Treuhänder einer Stiftung für blinde und körperbehinderte Kinder von 2016 bis 2018 insgesamt 135 000 Euro auf eigene Konten umgeleitet oder bar abgehoben haben. Hinzu kämen 180 000 Euro veruntreutes Geld eines Fördervereins an der Universitätsklinik Essens im selben Zeitraum, hieß es in der Anklage. Der Ex-Notar war seit 1992 Treuhänder der Stiftung. Angeklagt wurde nur der Zeitraum ab 2016. Für Untreuevergehen gilt eine Verjährungsfrist von fünf Jahren.

Der Jurist äußerte sich vor Gericht nicht. Am Rande der Verhandlung sagte der 74-Jährige aber vor mehreren Journalisten, er habe bei der Lehmann-Pleite 2008 sehr viel Geld verloren und das Stiftungsgeld zum Ausgleich privater Verbindlichkeiten gebraucht. Grund für die Selbstanzeige seien Gewissensbisse gewesen: «Ich wollte reinen Tisch machen.»

© dpa-infocom, dpa:210316-99-849341/3

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