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Kritik an mangelnden Informationen

Verwirrung in NRW um neuen Impferlass

Münsterland

Im neuen NRW-Impferlass steht, dass der Kreis Pflegebedürftiger erweitert wird, der zu Hause gegen Corona geimpft werden soll. Doch einige Mitarbeiter der Impf-Hotline wussten am Dienstag offenbar noch nichts von den geplanten Neuerungen. Zudem beklagen sich auch Ärzte über mangelnde Informationen.

Stefan Biestmann

Das NRW-Gesundheitsministerium hat den Kreis pflegebedürftiger Menschen erweitert, die zu Hause gegen Corona geimpft werden können. Foto: Friso Gentsch/dpa

Mit einem neuen Impferlass hat das NRW-Gesundheitsministerium den Kreis pflegebedürftiger Menschen erweitert, die zu Hause gegen Corona geimpft werden können. Doch einen Tag nach Veröffentlichung des Papiers aus Düsseldorf gab es am Dienstag reichlich Verwirrung – nicht nur aufgrund des noch fehlenden Impfstoffs in den Arztpraxen.

So monieren auch Mediziner aus dem Münsterland, dass sie bislang weder den Erlass noch Informationen über den konkreten Ablauf erhalten haben. Laut NRW-Gesundheitsministerium sind die kreisfreien Städte und Kreise dafür verantwortlich, die niedergelassenen Ärzte zu informieren.

„Die Einbeziehung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist in den letzten Wochen sehr viel diskutiert worden, ohne dass Bund oder Land die konkreten Rahmenbedingungen geschaffen haben“, kritisierte auch ein Sprecher der Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe auf Anfrage unserer Zeitung. Das Ministerium hatte mitgeteilt, dass die Ärzte den Impfstoff für bettlägerigen Menschen über 80 Jahre, Patienten ab Pflegegrad 4 sowie für zwei Kontaktpersonen entweder über die Impfzentren beziehen sollen oder Patienten benennen könnten, die durch mobile Teams des Impfzen­trums ein Impfangebot erhalten sollen. Die Details sollen die kreisfreien Städte und Kreise klären.

„Das ist frustrierend“

„Effektiver wäre aus unserer Sicht, wenn sich alle Praxen direkt über den Pharma-Großhandel mit Impfstoff versorgen und ihre Patienten im Rahmen eines Hausbesuchs impfen können“, erklärt der KV-Sprecher. Immerhin: Über die Belieferung der Praxen und die Priosierung der Impfungen sei man derzeit in Gesprächen mit der Landesregierung.

Auch ein Leser unserer Zeitung aus dem Kreis Borken beklagte sich darüber, dass die Mitarbeiter der Call-Center der Impf-Hotline am Dienstag noch nicht über den neuen Erlass informiert gewesen seien. Obwohl seine Ehefrau über einen Pflegegrad 4 verfüge, sei er dort zweimal abgewiesen worden. „Das ist frustrierend.“

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