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Verzögerung im Prozess im Missbrauchskomplex Münster

Münster (dpa)

Von dpa

Absperrband umgibt ein Grundstück in einer Kleingartenkolonie am Stadtrand von Münster. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbild

Der Hauptprozess im Missbrauchskomplex Münster zieht sich weiter in die Länge. Am Donnerstag wurden nicht wie geplant die Plädoyers der Nebenkläger und der ersten Strafverteidiger gehalten, wie ein Sprecher des Landgerichts Münster mitteilte. Grund waren am 49. Prozesstag weitere Beweisanträge der Verteidiger.

Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft den Anfang gemacht mit ihrem Plädoyer. Sieben Monate nach Prozessbeginn forderte die Anklage für den Haupttäter 14 Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Auch die anderen angeklagten Männer aus Hannover, Schorfheide in Brandenburg und Staufenberg in Hessen sollen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in Haft und wegen der Wiederholungsgefahr anschließend in Sicherungsverwahrung. Die Mutter des mutmaßlichen Drahtziehers soll wegen Beihilfe für sechs Jahre ins Gefängnis.

Angeklagt sind mehrere Männer und eine Frau - darunter ein heute 28-jähriger IT-Fachmann, der als Haupttäter gilt. Er soll seinen inzwischen elf Jahre alten Ziehsohn immer wieder schwer sexuell missbraucht, vergewaltigt und anderen Männern zugeführt haben. Die Plädoyers finden zum Opferschutz unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Urteil könnte Ende Juni oder Anfang Juli gesprochen werden.

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