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Zollverein zeigt Beuys: «Die Unsichtbare Skulptur»

Essen (dpa/lnw)

Beuys war vieles: Zeichner, Bildhauer, Politiker etwa. Er steht für eine radikal veränderte Wahrnehmung der Grenzen und Aufgaben von Kunst. Eine Schau in Essen nimmt jetzt die für Beuys' Werk zentralen Themen Demokratie, Ökologie und Kreativität in den Blick.

Von dpa

Der Förderturm der Zeche Zollverein. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Die gesellschaftliche Bedeutung des Künstlers Joseph Beuys (1921-1986) nimmt eine Ausstellung in Essen in den Blick. Die von diesem Sonntag an auf der Zeche Zollverein präsentierte Schau steht unter dem Titel «Die Unsichtbare Skulptur. Der Erweiterte Kunstbegriff nach Joseph Beuys». Beleuchtet werden die für Beuys' Werk zentralen Themen Demokratie, Ökologie und Kreativität, wie die Stiftung Zollverein am Freitag in Essen mitteilte.

Mit seinem Konzept der «Unsichtbaren Skulptur» sollte die schöpferische Kraft der Kunst neu entfaltet werden, um eine freie, nachhaltige und lebenswerte Gesellschaft als «Soziale Plastik» aufzubauen, hieß es. Wegen der Pandemie kann die Schau zunächst nicht besichtigt werden. Die Organisatoren hoffen aber auf eine baldige Öffnung.

Zu sehen sind dann 250 Objekte, Filme und Dokumente, darunter ein Filzanzug (1970), die Installation «Holzkiste, Ölfarbe, Neonbuchstaben» (1972) oder das Werk «Raum 3 - ausgerutschter Raum» (1981). Neben zentralen Werken und unveröffentlichten Materialien geht es auch um Beuys' Verbindung zum Ruhrgebiet am Beispiel der von ihm gegründeten «Freien Internationalen Universität» mit Zweigstellen in Gelsenkirchen und Essen. Dokumente zeigen die Geschichte der «Fluxus Zone West» im Ruhrgebiet der 1970er Jahre. Die Schau endet am 26. September.

Joseph Beuys gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. In seinem Werk befasste er sich mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthropologie. Seine Arbeit zielte auf die radikale Demokratisierung der Gesellschaft ab.

Mit der Beuys-Ausstellung eröffnet die Stiftung Zollverein auf dem Gelände des Weltkulturerbes die Halle 8, die ehemalige Kompressorenhalle der 1986 stillgelegten Zeche Zollverein. In der zu einer Kunst- und Ausstellungshalle umgebauten Halle soll künftig mindestens eine Ausstellung zur zeitgenössischen Kunst pro Jahr mit den Schwerpunkten Digitale Kunst und Fotografie gezeigt werden.