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Fußball: Bundesligist SGS Essen demonstriert in Billerbeck seine Klasse

19 Tore und über 900 Euro

Billerbeck

„Tigger“ sah das Unheil immer wieder auf sich zurollen. „Leute, Leute“, schüttelte sie den Kopf, als die nächste Essenerin durch den Strafraum spazieren und den Ball auf ihren Kasten abfeuern durfte – Nadine Tigges, die zur Pause Sarah Hauling zwischen den Pfosten abgelöst hatte, hielt, was zu halten war, musste aber gerade in der Schlussphase fast im Minutentakt den Ball aus dem Netz fischen. „19 Gegentore, das ist eindeutig zu viel“, stellte Daniel Richter, Co-Trainer des VfL Billerbeck, nach der überaus klaren Niederlage gegen den Bundesligisten SGS Essen fest. Aber viel wichtiger war ohnehin eine andere Zahl: Über 900 Euro an Spenden für die Flutopfer durfte der Mannschaftsverantwortliche Matthias Heuermann zählen.

Von Frank Wittenberg

Identische Frisur, aber unterschiedliche Gefühlslage; Maike Berenzten (links) trug mit zwei Toren zum Sieg der SGS Essen bei, Pauline Hövener musste hingegen mit dem VfL 19 Gegentore zählen. Foto: Foto: fw

Die Ansage unmittelbar vor dem Anpfiff kam mit einem Augenzwinkern. „Sarah, heute zu Null“, grinste Jule Börsting mit Blick auf die VfL-Torfrau. „Dann wollen wir das mal versuchen“, erwiderte sie – und sah sich in der sechsten Minute eines Besseren belehrt, als Maike Berentzen den Torreigen eröffnete. Und die Gäste aus Essen, die mit ihrem Trainer Markus Högner für eine Woche ein Trainingslager auf der Weissenburg bezogen haben, zeigten sich auch in der Folge gnadenlos. Jedenfalls war deutlich zu sehen, dass die sich für den Bundesliga-Start und ihren Stammplatz im Team empfehlen wollten, egal, wer da gerade auf dem Rasen unterwegs war.

Bis zur Pause hatte es sieben Mal im Kasten der Billerbeckerinnen eingeschlagen, die ihrerseits vergeblich versuchten, Nadelstiche nach vorne zu setzen. „Viel gelaufen, aber wenig am Ball“, lautete das Fazit von Kapitänin und Torjägerin Anna Haberecht, die nach 63 Minuten Platz für Laura Wolters machte. In der Tat gelang es den Billerbeckerinnen während der gesamten 90 Minuten kein einziges Mal, auf das Tor der SGS zu schießen. „Und hinten sind wir nie in die Situation gekommen, die Angriffe des Gegners über die Außenbahnen zu verhindern“, gab Daniel Richter zu. Denn das Konzept griff immer wieder: Die Essenerinnen tankten sich über die Außen bis zum Strafraum durch, passten dann scharf vor das Tor oder legten in den Rückraum zurück, was immer wieder von Erfolg gekrönt war.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit sah es so aus, als könnte der VfL das Ergebnis im Rahmen halten. Beide Trainer hatten ordentlich durchgewechselt, so dass auch auf Seiten der SGS der Spielfluss ein wenig verloren ging. Zweistellig wurde es in der 70. Minute, und ab Minute 82 brach das Verhängnis so richtig über den Westfalenligisten herein: Sieben Gegentore in den letzten acht Minuten zum 0:19-Endstand, das war üppig. „Wir hatten auch Angst vor Fehlern“, sah Richter eine gehemmte VfL-Mannschaft, die diesen Auftritt gegen einen Bundesligisten trotzdem genießen sollte – zumal die Aktion dank der Zuschauer eine schöne Summe für die Flutopfer brachte. 7 VfL Billerbeck – SGS Essen 0:19; Tore: 0:1 Maike Berentzen (6.), 0:2 Jule Börsting (13., ET), 0:3 Nina Räcke (19.), 0:4 Vivien Endemann (24.), 0:5 Elisa Senss (31.), 0:6 Miriam Hils (35.), 0:7 Maike Berentzen (43.), 0:8 Felicitas Kockmann (55.), 0:9, 0:10 und 0:11 Carlotta Wamser (66., 70., 74.), 0:12 Lena Ostermeier (77.), 0:13 Felicitas Kockmann (82.), 0:14 Carlotta Wamser (83.), 0:15 Felicitas Kockmann (84.), 0:16 Lena Ostermeier (85.), 0:17 Felicitas Kockmann (87.), 0:18 Jill Baijings (88.), 0:19 Carlotta Wamser (89.).

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