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Fußball: Max Zumbülte arbeitet nach längerer Verletzungspause an seinem Comeback

Der Käpt’n kämpft sich zurück

Billerbeck. Der Kapitän steht nicht auf der Kommandobrücke, sondern muss sich mit Kleinkram befassen. „Letzte Tage bin ich zwei Kilometer gelaufen“, erzählt Max Zumbülte. „Das hat gut geklappt.“ Eine Distanz, die für den Abwehrchef des VfL Billerbeck nicht der Rede wert wäre – jetzt aber ist er froh über jeden kleinen Fortschritt. Denn der 27-Jährige, der in dieser Saison noch keine einzige Minute auf dem Platz mitgewirkt hat, arbeitet hart für sein Comeback.

Frank Wittenberg

Foto: az

Corona sorgt jetzt dafür, dass er angesichts des ruhenden Spielbetriebs keine weiteren Partien seiner Mannschaft verpasst. Corona hat aber auch damit zu tun, dass er sich die Verletzungsprobleme überhaupt eingefangen hat. Denn während des ersten Lockdowns im Frühjahr hat er für sich persönlich richtig auf die Tube gedrückt. „Ich habe mich richtig fit gehalten, bin teilweise 20 bis 25 Kilometer am Stück gelaufen“, erinnert er sich. „Das war aber offenbar zu viel.“ Denn plötzlich kamen die Schmerzen im Knie. Eine Entzündung der Patellasehne direkt unter der Kniescheibe lautete die Diagnose – eine sehr hartnäckige Angelegenheit.

Denn die Hoffnung, zur neuen Saison aufs Feld zurückkehren zu können, zerplatzte schnell. „In der kompletten Vorbereitung konnte ich nichts machen“, schüttelt Zumbülte den Kopf. „Das hat genervt.“ Zumal Geduld für einen Vollblut-Fußballer wie ihn eine komplizierte Eigenschaft ist. „Zum Glück habe ich frühzeitig aufgehört, als die Probleme kamen“, ist er im Nachhinein froh. Denn seine Teamkollegen Timo Muddemann und Henning Piegel, die mit ähnlichen Verletzungen zu kämpfen haben, mussten sogar unters Messer.

Für „Zett“, wie er von seinem Teamkollegen genannt wird, ist es eine neue Erfahrung. „Bisher habe ich zum Glück noch nie eine so schwere Verletzung gehabt“, blickt er zurück. „Jetzt habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass es endlich ist, was ein Fußballer spielen kann.“ Mittlerweile ist er auf dem Weg zurück – vorsichtig, aber immerhin. Viele Stabilisierungsübungen hat er in den vergangenen Wochen absolviert, die ersten Läufe, dazu arbeitet er seit sechs Wochen regelmäßig mit einem Physiotherapeuten.

Übertreiben will und muss er es nicht – Max Zumbülte dürfte zu den wenigen Sportlern zählen, dem die erneute Corona-Zwangspause eher gelegen kommt. „Eigentlich war mein Ziel, beim Heimspiel gegen DJK Coesfeld wieder auf dem Platz zu stehen“, berichtet er. Das hätte am 8. November nicht geklappt. Gereift ist dadurch die Erkenntnis, nicht mit einem konkreten Daum zu arbeiten. Drei bis sechs Monate war die Prognose bei dieser Verletzung, der 27-Jährige liegt schon darüber. „Bis zum Jahresende möchte ich die fünf Kilometer schaffen und dann wieder richtig hochfahren“, blickt er voraus. Wenn es nach der Winterpause hoffentlich im Februar mit der Saison weitergeht, will er dabei sein.

Denn das fehlt ihm, keine Frage. Zumal es bisher so hervorragend läuft bei den Billerbeckern um Trainer Yannick Gieseler, die nach acht Spieltagen auf dem dritten Tabellenplatz liegen. Natürlich hätte Max Zumbülte in jedem einzelnen Spiel gerne persönlich mitgemischt, zumal die Liga attraktiv wie nie sei: „Man kennt viele Spieler, besonders auf die Coesfelder Mannschaften habe ich mit gefreut.“ Die Erfolge des VfL machen es ihm aber etwas leichter – es läuft, und er ist ja nicht außen vor. „In den Besprechungen bin ich dabei, außerdem bin ich wieder zum Kapitän gewählt worden“, freut er sich über den Rückhalt aus dem Team und darüber, dass die Jungs seinen Ausfall so gut auffangen. „Calvin Majewski vertritt mich super als Käpt’n.“

Trotzdem: Max Zumbülte, der als Filialleiter bei der Volksbank Münsterland Nord tätig ist, hofft auf eine baldige Rückkehr. Und dann will er mit dem VfL bestätigen, was sie bislang so spektakulär umgesetzt haben. Ob es Rang drei bleibt, vielleicht sogar noch mehr möglich ist? Nein, da gibt er sich ganz bescheiden. „Wir haben nicht einen so großen Kader wie andere Mannschaften“, betont der 1,95 Meter lange Abwehrmann. „Wir sind gut unterwegs, wenn wir genügsam bleiben.“

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