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Frauenfußball: Frank Averesch und sein Trainerteam machen weiter

Gemeinsam auf Kurs kommen

Billerbeck. Lange überlegen musste er nicht, zumal der Plan ohnehin auf vorerst zwei Jahre ausgelegt war. Was Frank Averesch aber besonders zufrieden stimmt, ist die Rückendeckung aus dem gesamten Umfeld – denn alle sind sie bereit, den eingeschlagenen Weg mitzugehen. „Das gesamte Trainerteam macht weiter“, freut sich der 55-Jährige. „Und auch nahezu alle Spielerinnen haben schon ihre Zusage für die nächste Saison gegeben.“ Beim Frauen-Westfalenligisten VfL Billerbeck wollen alle gemeinsam dazu beitragen, die Mannschaft auf den Erfolgskurs zu bringen.

Frank Wittenberg

Frank Averesch bleibt am Ball: Er wird die VfL-Frauen auch in der kommenden Saison trainieren. Foto: az

Nein, der Trainer macht kein Geheimnis daraus, dass die Zwischenbilanz noch nicht den Erwartungen entspricht. „Aktuell stehen wir auf einem Abstiegsplatz“, blickt Averesch auf die Tabelle, die den VfL nach sechs ausgetragenen Spielen auf Platz 13 und damit dem ersten der vier Abstiegsplätze ausweist. Ein schweres Auftaktprogramm hatten sie zu bewältigen – „dennoch liegen wir drei Punkte unter dem Soll.“ Mit diesen drei Zählern mehr hätten sie sich gleich ins obere Mittelfeld katapultiert, denn die Teams mit neun Punkten reichen bis Rang fünf.

Wobei die Corona-Unterbrechung Ende Oktober dazu geführt hat, dass sie noch gar nicht so richtig loslegen konnten. „In den wenigen Wochen war noch nicht viel umzusetzen von dem, was wir uns vorgenommen hatten“, bedauert der Coesfelder. Der Gewöhnungsprozess ist noch gar nicht abgeschlossen – auch nicht für ihn selbst, der nach fast 32 Jahren im Herrenbereich nun zum ersten Mal eine Frauenmannschaft übernommen hat. Da sei auch erschwerend hinzugekommen, dass die Corona-Situation und die Kabinensanierung am Helker Berg das deutlich komplizierter gemacht hat, was zur gemeinsamen Entwicklung dringend dazugehört: „Du kannst ja nicht nach dem Training mal eine Stunde zusammensitzen und Dinge besprechen.“

Dennoch: Die ersten Monate haben ihm einen „Riesenspaß“ bereitet. Was nicht zuletzt auch an den vielen Personen liegt, die ihn tatkräftig unterstützen. Entsprechend glücklich zeigt sich Averesch, dass auch sein Co-Trainer Daniel Richter weitermacht. „Menschlich wie sportlich ein Glücksgriff“, sagt er über den Osterwicker. Und darin bezieht er auch die weiteren Unterstützer ein: Joachim Reker als Torwarttrainer und Milena Bergmann als Physiotherapeutin, dazu Frank Bergmann und Matthias Heuermann als Verantwortliche für den Frauenbereich beim VfL. „Das ist ein tolles Arbeiten“, lobt Averesch.

Mindestens ebenso wichtig: Auch die Mannschaft selbst wird in der Saison 2021/22 in nahezu identischer Besetzung auflaufen. „Ein paar ganz kleine Fragezeichen gibt es aus beruflichen oder schulischen Gründen“, blickt der Trainer auf die vielen Gespräche, die er in den vergangenen Wochen angesichts der Corona-Einschränkungen „leider alle telefonisch“ führen musste. Das immerhin mit guten Nachrichten, denn die Leistungsträgerinnen wie Lisa Schlottbohm, Anna Haberecht, Lea Haverkamp, Torfrau Sarah Hauling oder Kapitänin Betty Anane bleiben allesamt am Ball. Sie sollen die vielen jungen und guten Spielerinnen führen, die sich Schritt für Schritt entwickeln sollen. „Wir vertrauen ihnen voll und ganz und geben ihnen die Zeit“, betont Frank Averesch. „Sie werden in zwei bis drei Jahren unsere Führungsspielerinnen sein.“ Der Kader sei so gut bestückt, dass es nicht unbedingt notwendig sei, nach weiteren Verstärkungen Ausschau zu halten, zumal ja auch immer wieder Talente aus der eigenen Jugend nachrücken. „Nur ein Backup auf der Torhüter-Position wäre wichtig, falls Sarah Hauling sich mal verletzt.“

Fakt ist: Bevor die nächste Saison in den Mittelpunkt rückt, müssen sie in dieser Spielzeit ihre Hausaufgaben erledigen. Und das bedeutet, noch einige Punkte zu sammeln, um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten. „Deshalb ist auch wichtig, dass die Spielerinnen aktuell zwei bis drei Mal in der Woche ihre Kilometer abreißen, um den konditionellen Grundstock zu halten“, betont der Trainer. Denn wenn sie wieder zurück auf den Platz kommen, wollen sie umgehend taktisch arbeiten, kündigt Averesch an: „Dann werden wir die Ärmel hochkrempeln und durchstarten.“

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