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Tischtennis: Jan-Bernd Frie besteht Prüfung zum Oberschiedsrichter

Kühler Kopf in kniffligen Fragen

Billerbeck

Reihenweise falsche Aufschläge? Ein verdeckter Ball? Fehler wie diese müssen bei einer Tischtennis-Meisterschaft natürlich geahndet werden. Die Folge: Punkte für den Gegner. Das erfreut eine Spielerin genauso wenig wie ihre Betreuerin. Der passionierte Spieler und Trainer Jan-Bernd Frie hat das live erlebt. Seit Juni ist der Nottulner erster Oberschiedsrichter in Billerbeck und darf Spiele bis zur Bundesliga leiten.

Von Ulla Wolanewitz

Er lebt für seinen Sport: Jan-Bernd Frie ist nicht nur als Spieler erfolgreich, sondern darf nun als Schiedsrichter auch Spiele bis hinauf zur Tischtennis-Bundesliga leiten. Foto: Foto: Ulla Wolanewitz

Seine Prüfung legte er Anfang Juni bei den Ruhr-Games in Duisburg ab, wo er während seiner praktischen Aufgabe genau diese Spielfehler erlebte. „Die Betreuerin hat andauernd dazwischen geredet. Dafür gab es zunächst eine gelbe Karte. Anschließend beschwerte sie sich noch bei mir, so dass sie sich vom Oberschiedsrichter noch eine rote Karte einhandelte“, erklärt der 40-Jährige die Situation.

Jan-Bernd Frie stand bereits im Alter von neun Jahren mit seinem Bruder an der Platte. „Die befand sich bei den Großeltern in der Garage“, blickt er auf den Anfang seiner Begeisterung für diesen Leistungssport zurück. In Nottuln spielte er in einer Schülermannschaft, und von da aus dauerte es nicht mehr lange, bis das Spielen im Verein angesagt war. Beim VfL Billerbeck fand er die entsprechende Abteilung, und „meine Eltern brachten mich dort zum Training. Später, zu meinen besten Zeiten habe ich fünf- bis sechsmal die Woche mindestens zwei Stunden trainiert“, erklärt er. Klar musste er sein Tun immer wieder rechtfertigen, schließlich hat Tischtennis nicht den Stellenwert von Fußball und wird gerne zum Ping-Pong degradiert, dabei „sind dabei ebenso schnelle Reaktion und beste Koordination gefragt“, betont der erfolgreiche Sportler.

Von 2015 bis 2018 war er für die Billerbecker Tischtennisabteilung Trainer und Betreuer von Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 17 Jahren. „Das hat viel Spaß gemacht, dem Nachwuchs etwas beizubringen“, erklärt der passionierte Trainer. 2016 werden seine Schülerinnen Frederike Starp, Carlotta Keßler und Helene Volmer bei den Westdeutschen Meisterschaften Dritte und damit drittbeste Mannschaft bei den Mädchen aus NRW. Im gleichen Jahr wird Frederike Starp mit ihren elf Jahren deutsche Meisterin bei den Minis und erhält in ihrer Heimatstadt den Titel „Sportlerin des Jahres“. An so viel Erfolg beim Nachwuchs, den Jan-Bernd Frie zusammen mit Christoph Horsel trainierte, kann er sich natürlich sehr erfreuen.

Er selber sicherte sich über die Jahre 19 Einzeltitel sowie 19 im Doppel. Für seine herausragende sportliche Leistung wurde er 1998, 2007, 2008 und 2017 von der Stadt Billerbeck geehrt. Beim internationalen Tischtennisturnier 2018 in Mettingen siegte er im Doppel und sicherte sich einmal den ersten und auch einmal den dritten Platz im Einzel. Die Corona-Beschränkungen verlangten natürlich von ihm auch den Verzicht auf den geliebten Sport, wobei er die Pause unter anderem zur Weiterbildung nutzte. Einfach war sie nicht, die Prüfung zum Oberschiedsrichter, denn im praktischen und mündlichen Teil galt es 95 Prozent und im schriftlichen 90 Prozent der Punkte zu erlangen, wobei „50 bis 60 Prozent der Teilnehmer durchfallen“, lässt Frie wissen.

Auf die neue Aufgabe als Oberschiedsrichter freut er sich schon sehr, weil das „ein ganz spannender Bereich ist“, sagt der 40-Jährige, der in diesem Amt mit viel Entscheidungsbefugnis ausgestattet ist und damit von der Oberliga – vielleicht bis hin zur Bundesliga – unterwegs sein kann. Als Spieler, der im nächsten Jahr in die Tischtennisabteilung der Arminen nach Appelhülsen wechselt, will er weiterhin auch überall dabei sein, wo es sich ergibt. In seiner neuen Funktion bevorzugt er allerdings Einsatzorte, die nicht zu lange Fahrtzeiten einfordern. In jedem Fall bleibt Tischtennis für ihn eine Faszination: kleiner Ball – großer Sport!

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