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Fußball: Borussia Darup darf mit der Zwischenbilanz zufrieden sein

Mehr Personal bringt mehr Punkte

Darup. Kleine Geschenke gibt es in Darup schon vor dem Heiligen Abend. Denn Jan Ahlers ist nicht nur Spielertrainer, sondern macht auch als Weihnachtsmann eine gute Figur. „Adventszeit ist Wettbewerbszeit“, lächelt er. Zweimal in der Woche 75 Minuten laufen, so lautet das aktuelle Borussen-Battle. „Wer mir dann die meisten Kilometer nachweisen kann, bekommt ein kleines Präsent.“ Eine Beschäftigungstherapie in Lockdown-Zeiten – die zudem dazu beitragen soll, dass der A-Ligist fit aus der ungewiss langen Zwangspause kommt.

Frank Wittenberg

Einer der Garanten des Borussia-Aufschwungs: Defensivspieler Niklas Grotthoff (links), hier im Duell mit Mario Worms, hat in dieser Saison noch keine Minute verpasst. Foto: az

Die zweite Vollbremsung des Jahres nervt, auch wenn wohl nahezu jeder Amateursportler die Notwendigkeit einsieht. „Im Frühjahr kam das zumindest im Hinblick auf die Tabelle ja nicht ganz ungelegen“, gibt Ahlers ehrlich zu, dass der Saisonabbruch den arg abstiegsgefährdeten Darupern durchaus in die Karten gespielt hat. Jetzt aber waren sie deutlich besser unterwegs und hätten sich zu gerne weiter bewiesen. „Wir sind zufrieden“, zeigt sich der Trainer mit seinem Abteilungsleiter Lorenz Beermann einig. „Besonders die Ausbeute zum Start war sehr gut.“ Fast genau ein Jahr lang hatten die Borussen auf einen Sieg in einem Meisterschaftsspiel warten müssen, dann lagen nach den ersten beiden Spielen gegen GW Hausdülmen und Westfalia Osterwick stolze vier Punkte auf dem Konto.

Zum Zeitpunkt der Unterbrechung Ende Oktober liest sich die Bilanz immer noch positiv: drei Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen, Platz acht. „Der gute Start hat uns natürlich geholfen“, weiß Ahlers. Auch wenn ihn wurmt, dass als letztes Ergebnis eine unnötige 1:3-Niederlage bei Adler Buldern auf dem Papier steht. „Wir müssen aber auch realistisch bleiben“, lächelt der 34-Jährige. „Wir können nicht jeden Sonntag rausgehen und den Gegner weghauen.“

Im sicheren Fahrwasser unterwegs sein, dann ist schon eine Menge geschafft. Den Unterschied zur vergangenen Saison, als sie eine lange Negativserie in die Abstiegszone gespült hat, kann Jan Ahlers schnell festmachen: „Die Qualität war auch zu diesem Zeitpunkt da, wir hatten aber zu viele Ausfälle.“ Einige Lazarett-Kandidaten mussten sie zuletzt auch verkraften, zum Beispiel den neuen Co-Trainer Thorsten Höing, der wegen einer Handverletzung noch keine einzige Minute absolviert hat. „Insgesamt sind wir aber breiter aufgestellt als vorher“, denkt Ahlers unter anderem an Abwehrchef Niklas Grotthoff, der in der vergangenen Saison auf lediglich drei Einsätze kam, diesmal aber noch keine Minute verpasst hat.

Es lief, und daran wollen sie anknüpfen. „Super Vorbereitung, super Stimmung“, fasst der Trainer die Sommermonate zusammen. „Wir haben an ein paar Schrauben gedreht, und das haben die Jungs super umgesetzt.“ Der Start in die verantwortliche Position, die er zur neuen Spielzeit nach drei Jahren als Co-Trainer an der Seite von Micky Gravermann übernommen hat, ist gelungen. Dass es nach vielen Jahren als „Mitspieler“ Akzeptanzprobleme in der neuen Rolle geben könnte, hatte er ohnehin nicht befürchtet. „Ich habe mich in der Mannschaft auch vorher schon anerkannt gefühlt“, verweist er auf seine langjährige Erfahrung. Den Unterschied mache auch sein eigener Anspruch aus: „Ich investiere jetzt noch mehr Zeit in die Sache.“ Das Feedback sei positiv, die Arbeit bringe viel Spaß – vor allem, wenn das taktische Konzept voll aufgeht: „Wenn das zum Beispiel so klappt wie beim 2:2 in Osterwick, was gibt es dann Besseres?“

Besser könnte nur sein, wenn sie endlich wieder gegen den Ball treten dürften. Jan Ahlers glaubt nicht daran, dass sich die komplette Saison noch absolvieren lässt. Denn Englische Wochen, viele Spiele an den Werktagen, das lasse sich für seine Borussen kaum durchziehen, zumal die angedachte Vorbereitungszeit von zwei Wochen viel zu knapp sei. „Wir würden durch die große Belastung, aber auch durch Studium und Beruf schnell Personalprobleme bekommen“, vermutet er. „Das können die Vereine mit einem großen Kader stemmen, aber nicht wir.“

Also glaubt auch der 34-Jährige an den Vorschlag, die Hinrunde fortzuführen und zu beenden, um dann eine Wertung möglich zu machen. „Auch wenn es sicher nicht das ist, was wir uns alle vorgestellt haben“, zuckt er mit den Schultern. Aktuell arbeiten sie für den Tag X, wann auch immer er kommt. Sonntags gibt es einen Trainingsplan, in der Regel sind zwei Läufe und eine Fitness-Kraft-Einheit angesagt. Im Vordergrund stehe aber, einfach wieder kicken zu dürfen – „den Jungs fehlt das ohne Ende.“

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