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Fußball: VfL Billerbeck mit starkem und torreichem Saisonstart

Ohne Spektakel geht es nicht

Billerbeck. Ohne Spektakel geht es aktuell nicht am Helker Berg. „Also in der Kabine sagen wir uns nicht ,Heute spielen wir mal 4:3’“, zuckt Yannick Gieseler mit den Schultern. Was seine Spieler dann aber auf dem Platz zaubern, lässt genau das vermuten. Sie feuern in der Offensive aus allen Rohren, kloppen sich dafür in der Defensive die Gegentore ins eigene Netz. Spiele wie das 4:3 bei Adler Weseke, das 3:2 gegen SG Coesfeld 06 oder das 4:2 in Vreden sind da die besten Beispiele – die aber eines auch ganz deutlich machen: Bei den Torparaden setzen sich letztlich immer die Domstädter durch. „Von mir aus kann das so weitergehen, wenn die Ergebnisse weiter stimmen“, lacht der Trainer. Denn: Nach den ersten acht Spieltagen könnte das Zwischenfazit für die Domstädter kaum besser aussehen. Nach acht Spieltagen stehen bereits 16 Punkte zu Buche. Damit grüßen die Billerbecker, punktgleich mit dem Zweitplatzierten DJK Coesfeld, von Rang drei.

Leon Eggemann

Einer der Erfolgsgaranten für den Billerbecker Höhenflug: Felix Leimkühler (links) hat bereits sieben Hütten auf dem Konto und belegt damit Platz drei in der Torjäger-Liste der Bezirksliga. Foto: Archiv

„Eine absolute Momentaufnahme. Wir können natürlich dankbar sein, dass ausgerechnet jetzt die Tabelle eingefroren ist“, tritt Gieseler auf die Bremse. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Tabellensituation auch ganz anders hätte aussehen können. „Nach unserer verletzungs- und urlaubsgeplagten Vorbereitung und dem 0:2 in Gescher zum Auftakt habe ich mich schon auf eine zähe Saison eingestellt“, gibt der 36-Jährige zu. Als seine Mannschaft am zweiten Spieltag mit einer eher bescheidenen Leistung gegen den SC Reken bis zur 74. Minute 0:1 zurücklag, sah es zunächst auch genau danach aus. Dank zwei Treffern von Felix Leimkühler rissen sie das Ruder allerdings noch um. „Ein absolutes Schlüsselspiel. Bei einer Niederlage wären wir wohl in eine Negativspirale geraten. Stattdessen hat es Klick gemacht“, resümiert Gieseler.

Die ersten drei Punkte auf dem Konto schien vor allem die Abteilung Attacke beflügelt zu haben. Mit 20 Toren stellen die Blau-Weißen den besten Angriff der Bezirksliga. Ein Torgarant ist dabei der Doppelpacker vom Reken-Spiel – bereits sieben Hütten hat Felix Leimkühler auf dem Konto. „Einer unserer Erfolgsgaranten. Vor allem, weil er dazu einige Vorlagen gegeben hat“, lobt sein Trainer. Sorgenfalten bereitet ihm dagegen die Defensive, die bereits 17 Gegentreffer hinnehmen musste. Tatsächlich ist die Statistik des VfL im Vergleich zur Vorsaison komplett umgekrempelt worden. Während es in der letztjährigen Spielzeit vor allem in der Offensive haperte, spielt jetzt die Defensive, auf die sonst stets Verlass war, verrückt. „An unserer Spielidee hat sich nichts geändert“, ist Gieseler diese Entwicklung ein Rätsel. Bei der bisherigen Punkteausbeute kann er das allerdings verkraften.

Wohin geht die Reise nun? „Also aufsteigen werden wir nicht“, legt sich Gieseler grinsend fest. Aber: „Möglich ist alles zwischen Platz zwei und neun.“ Tatsächlich stehen die Mannschaften in der oberen Tabellenhälfte punktetechnisch ganz eng beieinander. Nur sechs Punkte trennen den VfL vom Neuntplatzierten ASV Ellewick. Ein Ausrutscher kann da schnell ein Verlust von mehreren Rängen bedeuten. „Wir haben die Punkte nicht umsonst gesammelt, um dann einzubrechen“, kündigt Gieseler an. Es werde alles daran gesetzt, die Position auf dem Bronze-Treppchen zu halten. Trotz des derzeitigen Höhenflugs hat sich das Saisonziel in der Domstadt nicht verändert. „Wir haben es im Sommer bewusst nicht öffentlich bekannt gemacht, werden es aber zu einem gegebenen Zeitpunkt lüften“, hüllt sich Gieseler in Stillschweigen. Druck erzeugen will er mit einer neuen Vorgabe jedenfalls nicht, vielmehr sollen seine Spieler weiterhin so befreit aufspielen, wie sie es bisher getan haben. „Wir ziehen weiter unser Ding durch und schauen, wo wir am Ende landen“, lautet seine Vorgabe. Setzen die Billerbecker im neuen Jahr da an, wo sie zuletzt aufgehört haben, wird auf dem Platz wohl wieder regelmäßig ein Spektakel veranstaltet. Die Zuschauer am Helker Berg dürften sich dann noch auf den ein oder anderen Treffer ihrer Mannschaft freuen.

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