Fußball: Claudia Wiesmann hofft auf eine vollständige Saison als SG-Trainerin

Aller guten Dinge sind drei

Coesfeld. Ein Jahr war ursprünglich der Plan. Dann kamen Corona und der Saisonabbruch, weshalb sich Claudia Wiesmann entschied, eine Spielzeit dranzuhängen. Und jetzt? „So kann ich ja nicht aufhören“, zuckt sie mit den Schultern. Denn erneut verläuft die Meisterschaftsrunde so ganz anders als gedacht. Grund genug für die 44-Jährige, aller guten Dinge drei sein zu lassen: Sie wird auch in der kommenden Saison 2021/22 für die Landesliga-Fußballerinnen der SG Coesfeld 06 verantwortlich sein, gemeinsam mit Co-Trainer Peter Kappel und dann hoffentlich mal ohne ständige Warteschleifen. „Das ist wird aber mein letzter Anlauf sein“, lacht sie. Voraussichtlich.

Frank Wittenberg

Bleibt für eine weitere Saison Trainerin bei den Landesliga-Fußballerinnen der SG Coesfeld 06: Claudia Wiesmann. Foto: Stephan Demmer

Die Zwangspause kam zur Unzeit. Gerade hatten die SG-Fußballerinnen nach einem durchwachsenen Start in die Spur gefunden, als Ende Oktober der Spielbetrieb eingestellt werden musste. Ob und wann es weitergeht? Claudia Wiesmann kann nur spekulieren. „Vielleicht geht es ja ab April wieder“, hofft sie. Wichtig werde aber sein, sich nach der langen Pause vernünftig darauf vorzubereiten. „Mit den zwei Wochen, wie der Verband sie vorgeschlagen hat, habe ich meine Bauchschmerzen“, gibt sie ehrlich zu. Zuletzt sei während der Schneelage ja fast zwei Wochen lang nicht einmal ein individuelles Konditionstraining möglich gewesen. „Vom Zusammenspiel und dem Gefühl für den Ball ganz zu schweigen“, erklärt sie. „Vier Wochen Vorbereitung sollten da mindestens möglich sein.“

Wobei den SG-Frauen noch in die Karten spielen dürfte, dass sie bei der Fortsetzung der Hinrunde mit einem spielfreien Wochenende starten, ehe das Duell gegen den SC Gremmendorf ansteht, für den Neuzugang und Torjägerin Daniela Karmann viele Jahre gespielt hat. Und dann müssen sie deutlich besser in die Gänge kommen als zu Saisonbeginn im September. „Das hatten wir uns anders erhofft, gerade auch nach der guten Vorbereitung“, gibt die Trainerin zu. Los ging es aber mit seiner satten 0:6-Klatsche bei Concordia Flaesheim. „Da sind alle Spielerinnen mit dem falschen Fuß aufgestanden“, schüttelt sie den Kopf. „Dann hat uns der Gegner eiskalt ausgekontert.“ Umso wichtiger sei nach diesem Negativerlebnis der 3:2-Heimsieg im Derby gegen GW Nottuln gewesen. „Super wichtig sogar“, betont Claudia Wiesmann. Denn dieser Sieg, bis dato der einzige Punktverlust der Nottulnerinnen, habe gezeigt, dass ihre Mannschaft mithalten könne.

Dennoch sollen dieses Ergebnis und Rang vier in der Zwischenbilanz nicht darüber hinwegtäuschen, dass es vor der Corona-Zwangspause mehr durchwachsen als überragend gelaufen ist. Das habe sicherlich auch damit zu tun gehabt, dass die neuen Spielerinnen im Kader noch mit leichten Startproblemen in der höheren Liga zu kämpfen hatten. Das sei aber von Woche zu Woche besser geworden, freut sich die Trainerin: „Und das hatte ich ihnen auch zugetraut.“ Dennoch bleibt die 44-Jährige auf dem Teppich, was den weiteren Saisonverlauf angeht. Sollte die Hinrunde abgeschlossen werden, hätten die Coesfelderinnen noch acht Partien auszutragen. „Wir wollen auf jeden Fall mit dem unteren Tabellendrittel nichts zu tun haben“, blickt sie voraus. Ein Platz im oberen Drittel, so wie es vor Saisonbeginn als Ziel ausgegeben war, hält sie mit diesem Kader für absolut machbar. „Aber wir müssen abwarten, was passiert, wenn es wirklich weitergeht.“

Ansonsten richtet sich der Blick voraus auf die Saison 2021/22, die endlich wieder „ganz normal“ ablaufen möge. „Das wäre mal toll“, hofft Claudia Wiesmann auf eine Rückkehr zum sportlichen Alltag, nach dem sie sich alle sehnen. Dann will die SG 06 in der Landesliga wieder durchstarten, wobei die Trainerin und ihr Co Peter Kappel auf den weitgehend identischen Kader vertrauen wollen. „Johanna Sommer hat sich verabschiedet“, gibt es einen sicheren Abgang. „Sie ist nach Münster gezogen, da wäre der Aufwand zu groß.“ Davon abgesehen gebe es gute Signale, auch wenn bei einigen Spielerinnen das Alter und die Familienplanung mehr in den Fokus rückten. Aber da sollten sie es mit der Trainerin halten: Ein unvollendeter Abschied, das kann es nicht sein.

Startseite