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Fußball: Coesfelder Mike Lerche macht nach fünf Jahren Schluss in Rhade

Bereit für eine neue Herausforderung

Coesfeld. Der Zeitpunkt für eine Veränderung fühlte sich einfach richtig an. „Ich bin bereit für eine neue Herausforderung“, sagt Mike Lerche. Fünf Jahre lang hat er die U17 beim SSV Rhade trainiert. Nach der aktuellen Saison ist nun Schluss für den Coesfelder. „Die fünf Jahre in Rhade waren schon eine sehr intensive Zeit“, schaut er zurück. Die gemeinsamen Jahre dürfte er dabei nicht nur als intensiv betiteln, sondern durchaus auch als sehr erfolgreich. 2015 übernommen in der Westfalenliga, gelang gleich in seinem ersten Jahr der Aufstieg in die Regionalliga. Nachdem der SSV dort zwei Jahre lang vertreten war, sorgten seine Spielerinnen in der vergangenen Spielzeit für eine Sensation und machten den Aufstieg in die Bundesliga perfekt. „Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon im Kopf, dass die Saison in der Bundesliga meine letzte beim SSV sein wird“, verrät der 44-Jährige. Dementsprechend habe er auch die Verantwortlichen im Verein frühzeitig informiert. Ein Nachfolger ist bereits gefunden. Beerbt wird Lerche von seinem aktuellen Co-Trainer Helge Bruns. „Die Mannschaft ist bei ihm in besten Händen“, ist der scheidende Coach überzeugt.

Leon Eggemann

Der größte Erfolg: der Aufstieg in die Bundesliga in der vergangenen Saison. Nun soll in der letzten gemeinsamen Spielzeit der Klassenerhalt gesichert werden. Foto: az

Zu weit in die Zukunft schauen, will Lerche allerdings nicht. Schließlich hat er mit seinem Team noch eine Aufgabe zu erfüllen. „Der Klassenerhalt wäre zum Abschluss natürlich ein Traum“, gibt er die Marschroute vor. Dementsprechend gilt, wann auch immer die Saison fortgesetzt werden kann, einen Punkt nach dem nächsten zu sammeln, um sich immer weiter vom Tabellenkeller zu entfernen. „Bisher haben wir gute Arbeit geleistet, obwohl wir zu Saisonbeginn als absoluter Außenseiter wahrgenommen wurden“, ist Lerche mächtig stolz auf seine Spielerinnen. Aktuell belegt der SSV mit sieben Punkten nach sechs Spieltagen Platz sieben. Ein kleines Polster auf die Abstiegsplätze ist damit schon aufgebaut. „Die Tür Richtung Klassenerhalt ist schon aufgestoßen, jetzt müssen wir nur noch durchgehen“, bilanziert Lerche.

Auf dem absoluten Höhepunkt in der höchsten deutschen Spielklasse einen neuen Schritt zu wagen, fiel dem Coesfelder nicht leicht. „Der Verein liegt einem natürlich weiter am Herzen“, betont er. Nicht zuletzt, da auch seine Tochter Angelina derzeit in der U17 des SSV kickt. „Sie hat für meine Entscheidung Verständnis gezeigt“, erzählt Lerche. Derzeit spreche die 15-Jährige mit dem Verein noch über ihren möglichen Verbleib. „Sie ist alt genug, selbst zu entscheiden, wie es bei ihr weitergeht“, macht sich der Vater keine Sorgen um die zukünftige Karriere seiner Tochter. Zumal er ja weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung stehe.

Wie es für ihn persönlich weitergeht, da ist er ganz flexibel. „Ich bin ehrlich gesagt für alles offen“, zuckt Lerche mit den Schultern. „Letztendlich muss das Gesamtpaket stimmen.“ Den Schritt in den Seniorenbereich, egal ob Männer oder Frauen, traue sich der B-Lizenz-Inhaber jedenfalls zu. Auch erneut im Jugendfußball anzugreifen, könne er sich vorstellen. „Ich denke, die Erfahrung beim SSV wird definitiv hilfreich sein“, grinst er. Begonnen hat Lerche seine Trainerkarriere übrigens bei DJK Coesfeld. Anschließend zog es ihn zu den Juniorinnen der TSG Dülmen, wo auch seine Tochter Angelina zum Kader zählte, ehe er in Rhade anheuerte. Und wenn sich kein passender Trainerposten anbietet? „Dann ist das auch nicht schlimm. Dann würde es ins Sabbatjahr gehen“, sagt der 44-Jährige. Falls doch, umso besser. „Vor allem, wenn sonntags gespielt wird“, muss er schmunzeln. „Dann könnte ich mir die Spiele von Angelina angucken. Sie spielt samstags.“

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