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DJK-Vorstand will den Stellenwert des Sports in der Corona-Pandemie mehr in den Fokus rücken

Der Motor der Gesellschaft

Coesfeld. Die ersten Lichtblicke gibt es angesichts der angekündigten Lockerungen, die in mehreren Stufen erfolgen soll. Viele kleine Schritte sind nötig, immer abhängig von Inzidenzwerten – für die Sportvereine eine kleine Perspektive, auch wenn es wohl noch lange dauern wird, bis eine Rückkehr in den Normalbetrieb möglich ist. „Es wird immer sehr viel über Einzelhandel, Gastronomie und Frisöre gesprochen“, stellt Michael Laukamp fest. „Aber in allen Diskussionen wird der Stellenwert des Sports gar nicht richtig deutlich.“ Deshalb hat die DJK Coesfeld gemeinsam mit 31 weíteren Großvereinen ein Positionspapier aufgelegt, das die Leistungen und Herausforderungen stärker in den Fokus rückt – in den schwierigen Corona-Zeiten, aber auch darüber hinaus.

Frank Wittenberg

Vielseitig aufgestellt ist die DJK Coesfeld – umso wichtiger erachten die Verantwortlichen eine stärkere Berücksichtigung des Sports im Zuge der Corona-Pandemie. Foto: Jessica Demmer

Nein, dem BGB-Vorstand der Eintrachtler um Vorstandssprecher Ludger Kleinschnitker sowie Birgit Pütter und Michael Laukamp geht es nicht darum, angesichts der Situation zu jammern oder gar um Mitleid zu heischen. „Wir sind durch die gute Arbeit der vergangenen Jahre im Verein finanziell grundsolide aufgestellt“, betont Kleinschnitker. Dennoch sei, wie auch bei vielen anderen Clubs mit einem umfangreichen Kursangebot, zumindest in diesem Bereich ein deutlicher Einbruch an Mitgliedern zu verzeichnen.

Um es in Zahlen auszudrücken: Rund 250 Kurse laufen in „normalen Zeiten“ pro Woche bei der DJK Eintracht im Fitness- und Gesundheitsbereich inklusive der Reha- und auch Wasserangebote. „Wir haben ja vor einiger Zeit auch das Kinderschwimmen übernommen, weil die Schwimmvereine nicht in dem Maße die Übungsleiter-Kapazitäten haben“, erklärt Michael Laukamp. Diese Kurse können seit Wochen und Monaten bis auf einige Online-Angebote nicht stattfinden. „Wir haben vor diesem Hintergrund kaum Einnahmen, aber trotzdem laufende Kosten“, verweist er unter anderem auf die hauptamtlichen Mitarbeiter, die seit längerer Zeit in Kurzarbeit seien, deren Bezüge aber von Beginn an aus Wertschätzung aufgestockt worden seien. Auch die nicht sozialversicherungspflichtigen Übungsleiter bekommen demnach weiterhin 50 Prozent ihrer üblichen Pauschale, erläutert er: „Unser Verein ist da zu besonderen Leistungen bereit.“

Rund 6000 Mitglieder zählt der Club regelmäßig. Und in den einzelnen Abteilungen dürfen sich die Verantwortlichen über einen großen Rückhalt freuen, stellt Ludger Kleinschnitker fest: „Da gibt es kaum Fluktuationen.“ Anders sehe es hingegen im besagten Bereich der Kursangebote und des Fitnessstudios „mobile“ aus. „Wegen der Gemeinnützigkeit des Vereins dürfen wir die Grundbeiträge nicht zurückzahlen“, erklärt Michael Laukamp. Aber im Kursangebot seien Teilnehmergebühren zu entrichten, für die eine Gegenleistung erwartet werden könne – die sei aber schon seit Wochen nicht mehr möglich.

Wie schon im ersten Lockdown gebe die DJK in diesen Bereichen 80 Prozent Nachlass, auch auf die Mitgliedschaft im Studio. Rund 90 Prozent der Nutzer ließen sich darauf auch ein – allerdings komme es im „mobile“ über den Sommer immer zu Abmeldungen von Aktiven, die in den warmen Monaten ihren Sport draußen betreiben. „Im Herbst gibt es dann einen Schwung Neuanmeldungen“, weiß Ludger Kleinschnitker aus Erfahrung. Durch die Lockdown seien die nun aber ausgeblieben.

Dennoch richten die DJK-Verantwortlichen den Blick Richtung Zukunft. Mit den Corona-Hilfen, die auch der Verein bekomme, lasse sich einiges überbrücken, aber mit einem Neustart nach den Corona-Einschränkungen werde nicht alles von jetzt auf gleich wieder auf Normalmaß kommen, schätzt der Vorstandssprecher. „Einige Sportler werden sicherlich noch zurückhaltend sein“, sagt Kleinschnitker. „Außerdem werden wir wegen der Hygienemaßnahmen wohl zunächst in kleineren Gruppen arbeiten müssen.“ Im Vordergrund aller Bemühungen müsse aber stehen, die Menschen schnell wieder für den Sport im Verein zu begeistern – vor allem die Kinder und Jugendlichen. „Für sie konnte ja teilweise schon ein halbes Jahr lang nichts passieren“, verweist Michael Laukamp auf einen großen Nachholbedarf. „Allein daran ist zu sehen, wie wichtig die Arbeit der Sportvereine ist.“

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