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Handball: Bodo Dreger wird neuer Trainer der DJK-Herren

Der Routinier spürt das Feuer

Coesfeld. Im Trainergeschäft ist er schon gefühlte Ewigkeiten vertreten. Jetzt aber hat er sich ein Jahr Pause gegönnt – ein Jahr, in dem wegen der Corona-Pandemie das Hallenparkett ohnehin weitestgehend verwaist war. Das wird sich hoffentlich ab dem Sommer wieder ändern, zumal Bodo Dreger nach eigenem Bekunden wieder brennt. „Die Auszeit war lang genug“, sagt der 57-Jährige. „Das Feuer ist umso mehr wieder da!“ Deshalb ist er heiß auf die neue Herausforderung, die er bei den Bezirksliga-Handballern der DJK Coesfeld annimmt.

Frank Wittenberg

Die Kommandos von der Seitenlinie gibt Bodo Dreger künftig in Coesfeld: Der 57-jährige Havixbecker übernimmt in der kommenden Saison die Bezirksliga-Herren der DJK. Foto: mast

Einen Nachfolger für Sven Holz, der das Team seit Januar 2018 trainiert hatte, musste der Abteilungsvorstand um Thomas Bücking suchen. Gefunden haben sie einen Mann mit jeder Menge Erfahrung. Einen, der die „Hölle 1“ im Schulzentrum gut kennt, denn schon mehrfach war er mit seinen früheren Mannschaften in Coesfeld zu Gast. Auf eine gute Stimmung darf er sich dort freuen. „So wie auch in Havixbeck“, lächelt Dreger, der in seinem Heimatverein viele Jahre in verschiedenen Funktionen tätig war.

Der neue Mann an der Seitenlinie ist ein Handballer durch und durch. In der Jugend hat er bei SW Havixbeck gespielt, anschließend auch im Seniorenbereich, ehe er sich für ein kurzes Gastspiel Borussia Münster angeschlossen hat. „Dann war ich einige Zeit beim TV Borghorst bis rauf zur Verbandsliga“, erzählt er. „In den glorreichen 80er Jahren war das die höchstklassige Mannschaft in der Region.“ Anschließend ging es zurück nach Havixbeck, wo er ín der Landesliga unterwegs war. Mit seinen 1,95 Metern Körpergröße und einem gewaltigen Wurf mischte Dreger die gegnerischen Abwehrrreihen vornehmlich aus dem linken Rückraum auf. „Mit zunehmender Erfahrung habe ich dann auch in der Mitte gespielt.“

Nachdem er schon parallel im Jugendbereich für Teams verantwortlich war, wechselte Bodo Dreger mit 32 Jahren ins Trainergeschäft – und machte seinen Weg: Erst übernahm er in seinem Heimatverein die dritte Mannschaft, dann arbeitete er als Co-Trainer bei der „Zweiten“ und rückte schließlich zur ersten Landesliga-Mannschaft auf. Anschließend folgten Tätigkeiten beim Bezirksligisten GW Nottuln, weitere drei Jahre bei SW Havixbeck und schließlich beim BSV Roxel. In der Saison 2019/20 trainierte er die Damen in Havixbeck. „Das war nach so vielen Jahren eine ganz neue Erfahrung“, lächelt Dreger. Zwar hatte er mal seine beiden Töchter in der Jugend betreut, aber im Frauenbereich erlebte er seine Premiere.

Künftig also Herren-Bezirksliga in Coesfeld. „Gerechnet hatte ich nicht unbedingt damit, aber schön, dass der Kontakt zustande gekommen ist“, sagt der 57-Jährige, der von „zwei super Gesprächen“ berichtet. Die Corona-Auszeit, das räumt er ein, bringe ein Problem mit sich: „Ich kann mir jetzt im Vorfeld kein aktuelles Bild von der Mannschaft verschaffen.“ Das müsse er nachholen, sobald es wieder möglich sei. Umgehend will Bodo Dreger Kontakt mit Kapitän Nino Adler und Torwarttrainer Christopher Pirkl aufnehmen, um das weitere Vorgehen abzustecken. „Nino kümmert sich zurzeit um die Online-Trainings, und das soll er vorerst auch weiter so machen“, erklärt der künftige Trainer, der hofft, selbst Anfang Juni bei der DJK starten zu können: „Vielleicht geht dann zumindest in kleinen Gruppen oder draußen wieder etwas.“

Wo die DJK’ler dann stehen nach der langen Zwangspause, muss sich zeigen. „Ich denke schon, dass die Jungs sich sehr fit halten“, zeigt sich Dreger überzeugt. Das ist auch wichtig für seine Handball-Philosophie, die sehr stark auf Tempo und Athletik setzt. „Spiele werden oft in den letzten zehn Minuten gewonnen“, weiß er aus Erfahrung. „Da musst du körperlich und geistig fit sein.“ Bodo Dreger will seinen Teil dazu beitragen, dass nach der langen Zwangspause der Boden in der „Hölle 1“ regelmäßig brennt.

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