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Volleyball: Bei der SG 06 II werden Spaß, Leistung und Altersklassen perfekt kombiniert

Die Mischung macht’s

Coesfeld

Wie es genau bezeichnet werden soll? Da sind sie völlig flexibel. „Leistungsorientierter Spaß-Volleyball“, sagt Bernhard Heuermann. „Oder auch spaßorientierter Leistungs-Volleyball.“ Völlig egal, wichtig sind allein die beiden Komponenten: Ambitioniert mitspielen wollen sie in der Landesliga, dabei aber jederzeit die gute Laune und den Zusammenhalt pflegen. „Hier kommt eben alles zusammen“, lächelt der Trainer mit Blick auf seine Volleyballer der SG Coesfeld 06 II. Auch im Hinblick auf die Altersstruktur.

Von Frank Wittenberg

Sie packen es mit Spaß an, aber auch mit dem nötigen Ehrgeiz: Trainer Bernhard Heuermann (rechts) mit einem Teil seines Kaders der SG Coesfeld 06 II. Seit gut vier Wochen findet das Training wieder statt, zunächst im Sand. Foto: Foto: fw

Seit gut vier Wochen tummeln sie sich wieder im Sand. Endlich! Die Zwangspause war lang, dauerte den gesamten Winter und das Frühjahr. Jetzt lassen sie die Bälle wieder fliegen, und bunter könnte die Mischung bei der SG-Reserve kaum sein. „Unsere Jüngsten sind gerade einmal 16“, erzählt Heuermann. Teilweise schnuppern die Youngsters schon im Training der ersten Mannschaft unter Udo Jeschke, sind aber auch regelmäßig bei der „Zweiten“ dabei – und erfahren da eine durchaus liebevolle Betreuung einiger Routiniers, die schön höherklassige Erfahrungen gesammelt haben. Allen voran Andree Wittkowski, der auch im zarten Alter von 57 Jahren geschmeidig wie ein junger Hüpfer über das Feld fliegt. „Die jungen Leute profitieren sehr davon“, schwärmt der Trainer. „Besser geht’s nicht.“

Bernhard Heuermann weiß, wovon er spricht. Seit mittlerweile 50 Jahren ist er selbst im Volleyball unterwegs, war ewige Zeiten für die erste Mannschaft der SG verantwortlich. Mittlerweile hat er die „Zweite“ unter seine Fittiche genommen und trifft hier wieder mit vielen Aktiven zusammen, mit denen er in all den Jahren bereits zu tun hatte. „Marcel Glados, Henning Heuermann oder Marian Rick haben ja schon in der ersten Mannschaft gespielt“, berichtet der 63-Jährige. Hier packen sie gemeinsam an, und das ebenfalls auf hohem Niveau. Darunter gibt es zudem noch die dritte Mannschaft, die in der Bezirksliga aufschlägt.

Dabei war es vor noch kurzer Zeit gar nicht gut bestellt um die „Zweite“. Vor drei Jahren musste die SG 06 eine Spielgemeinschaft mit Saxonia Münster bilden, weil sich der Kader personell sehr eng gestaltete. „Menschlich hat das gut gepasst, aber organisatorisch war es schwierig“, blickt Heuermann zurück. Deshalb musste sich die Mannschaft wieder auf eigene Füße stellen – und die Hauptaufgabe des Trainer-Routiniers bestand zunächst darin, neue Spieler und „Alt-Internationale“ zu mobilisieren.

Das hat perfekt geklappt. „Mittlerweile haben wir 24 Aktive im Kader“, lächelt Bernhard Heuermann. Längst nicht immer sind alle dabei, einige können auch nur sporadisch mitmischen, wie etwa die beiden „Torhüter auf Abwegen“, Tim Herbstmann (SG-Fußball) und Niels Heuermann (DJK-Handball). „Aber jeder Einzelne für sich ist wichtig“, betont der Trainer. „Auch außerhalb des Feldes ist das wie eine Familie.“ Immer getreu des Mottos: „Wir bekommen das schon hin!“

Wie gut, das haben sie vor und „zwischen“ der Corona-Pandemie eindrucksvoll bewiesen. Erst stand der Meistertitel in der Bezirksliga, höchst eindrucksvoll – ohne Niederlage, sogar mit lediglich drei verlorenen Sätzen. Dann folgte ein hervorragender Start in die neue Landesliga-Saison: Zwar ging die Premiere beim TV Hörde III knapp mit 2:3 verloren, dann aber folgten vier Siege in Folge. Als die Saison wegen des sportlichen Lockdowns erst unterbrochen, dann annulliert wurde, stand die SG 06 II erneut auf einem Aufstiegsplatz. „Für uns war der Abbruch sehr schade“, sagt Heuermann. „Aber dann packen wir wir eben in der nächsten Saison erneut an.“

Wie dann die Landesliga besetzt sein wird, ist noch völlig offen. Die Coesfelder sind sich dennoch sicher, dass sie oben mitmischen können. „Verstecken müssen wir uns sicher nicht“, betont der Trainer. Weil es sportlich stimmt bei der SG 06, vor allem auch zwischenmenschlich. In der „Zweiten“ wie in allen anderen Bereichen, denn das, sagt Bernhard Heuermann, wird immer an erster Stelle stehen: „Wir hatten immer eine sehr gute Verbindung zwischen den einzelnen Mannschaften und werden das auch immer haben.“

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