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Handball: DJK schlägt den Favoriten

Die Vorband rockt: „Simply the best!“

Coesfeld

Die Aufgabe als Einheizer für „Tina T.“ bei der abendlichen Feier zum 100-jährigen Vereinsjubiläum erledigten sie ganz vorzüglich. Die Männer in den grauen Trikots gaben die Vorband und empfahlen sich dabei für ein 60-minütiges Musikvideo zu einem der größten Hits von Tina Turner: „Simply the best!“ Denn an diesem Tag waren sie einfach die Besten, sogar besser als der Titelanwärter TSV Ladbergen. „Wir haben ja auch in der Bezirksliga einige gute Spiele gemacht, aber das habe ich in Coesfeld noch nicht erlebt“, staunte Bodo Dreger. 31:30 hieß es am Ende für die DJK-Handballer – der Landesliga-Aufsteiger hat die Halle gerockt.

Tolles Comeback nach drei Jahren beim Fußball: Tim Püttmann führte sich mit fünf Toren und einem starken Spiel hervorragend ein. Foto: Fotos: fw

Und wenn die vielen Zuschauer schon eine Gala geboten bekommen, dann doch bitteschön auch garniert mit der nötigen Portion Drama. „Puh, da sind wir tatsächlich noch in Bedrängnis gekommen“, dachte der Trainer an die hochemotionale Schlussphase, in der die beiden Punkte schon in trockenen Tüchern schienen. Nur noch vier Minuten standen auf der Uhr, als Steffen Böyer das 30:25 erzielte. Und nach dem 31:28 durch Nino Adler waren noch 75 Sekunden zu gehen. Alles gelaufen? Von wegen!

Der Vizemeister aus Ladbergen ging Harakiri und belohnte sich: Zwei Tore binnen zwölf Sekunden, und auf der Tafel stand nur noch 31:30. „Das waren zwei leichte Fehler“, musste Dreger zusehen, wie es dann nicht einmal gelang, die restliche Zeit herunterzuspielen – 23 Sekunden vor dem Ende kamen die Gäste erneut in Ballbesitz. „Da habe ich echt gedacht: Schade, jetzt verspielen wir den Sieg“, gab Dreger zu. Aber seine Jungs zogen ein Stürmerfoul des Gegners und gingen kurz darauf in den Partymodus über.

Gewiss nicht unverdient, daran ließ Bodo Dreger keinen Zweifel. „Wir waren von Beginn an voll da“, sah er eine DJK-Mannschaft, die alles reinwarf, kämpfte, kombinierte und den hohen Favoriten staunen ließ. So sehr, dass TSV-Trainer Dirk Elschner schon nach zehn Minuten der Kragen platzte: „Wir reden uns vorher den Mund fusselig und dann kommt so ein Dreck!“, tönte es nach dem 5:3 für die Coesfelder durch die Halle. Ladbergen war angezählt, lief meist einem kleinen Rückstand hinterher. Da passte es, dass Janes Kloster Sekunden vor der Pause mit Urgewalt das 13:12 für die DJK erzielte.

Wer nun erwartet hatte, der Favorit würde nach einen Kabinenpredigt ein Feuerwerk abbrennen, sah sich getäuscht. Zwar gehörten die ersten beiden Tore zum 13:14 Ladbergen, dann aber übernahmen die Coesfelder wieder die Führung und zogen auf 20:17 weg (44.). Der TSV griff in die Taktikkiste, nahm bei Ballbesitz den Torhüter herunter und brachte den siebten Feldspieler. „Das hat uns vor einige Probleme gestellt“, gab Dreger zu. Aber sie hielten den Kopf oben: In Unterzahl trafen Tim Püttmann und Vincent Lukas zum 24:22 und 25:22, dann nutzten sie eiskalt die leere Bude der Gäste aus: Tim Püttmann traf mit blitzschnellem Anwurf von der Mittellinie, kurz darauf Torwart Niels Heuermann nach eigener Parade quer über das gesamte Feld zum 29:25 (55.) – die Tribüne tobte. Dass es am Ende doch noch einmal eng wurde, aber reichte, setzt der Partie das Krönchen auf.

Punkte für den Klassenerhalt wollten sie holen – Haken dran. Der Hallenboden sollte brennen – noch ein grüner Haken. „Das war heute nah an 100 Prozent, vielleicht sogar einen Tick drüber“, war der Trainer völlig begeistert. „Alle haben sich gegenseitig angefeuert, die Stimmung in der Halle war super.“ Bodo Dreger, der Trainerroutinier, war sichtlich angefasst. So sehr, dass er für die abendliche Feier mit Tina T. in der Bürgerhalle eine mutige Ankündigung raushaute: „Ich werde mit Niels Heuermann einen Klammerblues tanzen.“ 7 DJK Coesfeld – TSV Ladbergen 31:30; Niels Heuermann (1) und Jan-Dominik Hempel (im Tor), Nino Adler (8/3), Tim Püttmann (5), Vincent Lukas (5), Janes Kloster (4), Steffen Böyer (2), Jannick Kloster (2), Marcel Uppenkamp (1), Michel Banseberg (1), David Bischoff (1), Fabian Rotermund (1), Kevin Kallus.

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