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Johanna Bix absolviert zwei Wettkämpfe parallel und schnappt sich eine Medaille

Doppelt stolz im Silberglanz

Coesfeld

Zwei Disziplinen gleichzeitig bewältigen, das ist schon eine Hausnummer. Das dann auch noch bei den Deutschen Jugendmeisterschaften U 16 anzupacken, spricht für eine gehörige Portion Mut und Lockerheit. „Als ich den Zeitplan gesehen habe, dachte ich mir, das könnte stressig werden“, lächelt Johanna Bix – der Endlauf über die 300 Meter Hürden fiel in Hannover mitten in den Weitsprung-Endkampf. Aber die 15-jährige Leichtathletin der LG Coesfeld behielt kühlen Kopf, wurde mit einem weiten Satz in die Grube Vierte und schnappte sich über die Hürdenstrecke sogar in toller neuer Bestzeit die Silbermedaille.

Von Frank Wittenberg

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Dass mit ihr über die Laufstrecke zu rechnen sei würde, stellte Johanna Bix schon im Vorlauf unter Beweis. „Da war sie als Fünfte gemeldet und kam schließlich als Dritte ins Ziel“, berichtet LG-Sportwart Bernd Bohmert. Schon hier verbesserte sie ihre eigene Bestmarke deutlich von 45,92 auf 45,13, „obwohl sie an den letzten beiden Hürden noch Probleme hatte.“ Nach dem Auftritt war aber klar: Eine Medaille ist bei der Deutschen Meisterschaft möglich.

Die besondere Herausforderung lag am nächsten Tag aber im Zeitplan: Gut eine Stunde vor dem Hürdenfinale begann der Weitsprung – und so war schon abzusehen, dass sich die beiden Wettbewerbe überschneiden würden. „Ich wollte einfach spontan sehen, wie das zusammenpasst“, blieb Johanna Bix gelassen. Tatsächlich legte sie mit ihrem dritten Versuch eine Weite von 5,51 Metern in die Sandgrube und übernahm sogar die Führung in der Konkurrenz, was ihr zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht bewusst war.

Als die Zeit reif war, wechselte sie kurzerhand zur Hürdenstrecke und ging nach nur wenigen Minuten Vorbereitung an den Start. Und wie: Angetrieben vom Publikum und der starken Konkurrenz legte sie einen tollen Lauf auf die Bahn, lag auf der Zielgerade sogar in Führung. „Leider passte der Abstand an der letzten Hürde nicht mehr ganz“, bedauert Johanna Bix – die 15-Jährige trat hinein, strauchelte, fing sich aber und stürmte noch als Zweite über die Ziellinie, mit fantastischer neuer Bestzeit von 43,62 Sekunden und nur elf Hundertstel hinter Siegerin Isabell Frank vom TS Göppingen.

Traurig über die knapp verpasste Siegchance? „Nein, überhaupt nicht“, versichert die Pius-Schülerin. Im Gegenteil: „Ich habe meine Medaille und mir damit einen Traum erfüllt.“ Da war es auch kein Drama, dass sie im Weitsprung in Abwesenheit auf Rang vier verdrängt worden war. Ein Versuch blieb ihr noch, mit dem sie aber die fehlenden neun Zentimeter auf Bronze nicht mehr aufholen konnte. „Kein Problem“, lächelt Johanna Bix. „Auch Platz vier bei der DM ist ein super Ergebnis.“

Das sieht Bernd Bohmert genauso. Der Sportwart ist einerseits voll des Lobes über die Kampfrichter in Hannover. „Sie haben sehr im Sinne der Athleten gehandelt“, betont er. Ebenso begeistert zeigt er sich auch vom Doppel-Auftritt seiner Athletin, die sich nicht hat aus der Ruhe bringen lassen: „Das hat sie sehr souverän und cool gemacht.“

Mit dem Schub aus diesem Saisonhöhepunkt geht es für Johanna Bix in die nächsten Wettkämpfe. Das DJMM-Finale mit der Mannschaft der LG Coesfeld steigt Ende September. Schon am kommenden Wochenende stehen die Westfälischen Meisterschaften in Lage auf dem Programm, wo sie mit Starts im Weitsprung sowie über 100 Meter, 300 Meter und 300 Meter Hürden liebäugelt. Eine Vielseitigkeit, die sie gerne noch weiter pflegen will: „Es macht eben alles Spaß.“

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