1. www.azonline.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. Ein Schlussakkord für die Geschichtsbücher

  8. >

Bezirksliga: Rote Karte, Tumulte und Elfer beim 2:2 der DJK in Stadtlohn

Ein Schlussakkord für die Geschichtsbücher

Coesfeld

(fw). Der große Showdown setzte dem Wahnsinn die Krone auf. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, staunte Claus Heinze noch eine Stunde nach dem Abpfiff. Dieses 2:2 beim Favoriten SuS Stadtlohn durch einen verwandelten Elfmeter in der Nachspielzeit macht es für die DJK Coesfeld schon zu einer außergewöhnlichen Partie – die Umstände, wie es zu diesem Strafstoß kam, sichern der Partie gar einen Platz in den Geschichtsbüchern.

Rückte aus der Innenverteidigung auf die Zehn und bereitete die Situation vor, die zum Ausgleich führte: Henry Krampe. Foto: Foto: Frank Wittenberg

Es läuft die erste Minute der Nachspielzeit: Die DJK liegt 1:2 hinten und probiert alles. Über Timo Ebbing und Jonas Berding kommt der Ball zu Henry Krampe, der die Kugel an den SuS-Innenverteidigern vorbei in den Lauf von Marius Borgert spitzelt. Der umkurvt Torwart Stefan Mester und schiebt den Ball Richtung leeres Tor. „Ich habe mich schon umgedreht und mit dem Rücken zum Feld den Ausgleich bejubelt“, berichtete Heinze. „Plötzlich war da nur noch Tumult.“

Denn: Kurz bevor der Ball über die Linie rollt, kommt Ersatzspieler Daniel Diekebrock, der sich neben dem Kasten aufwärmt, aufs Feld und schlägt die Kugel weg. „Tobi Hüwe hat den Abpraller dann noch versenkt, aber das Tor durfte nicht zählen“, schüttelte der Trainer den Kopf. Laut Regelwerk gibt der Schiri Rot und Elfmeter – „wodurch uns ja ein Nachteil entstehen kann, weil der ja erstmal verwandelt werden muss.“ Aber die Stadtlohner Spieler reagieren auf die außergewöhnliche Situation sehr fair: Stefan Mester lässt den Strafstoß von Marius Borgert ohne Gegenwehr zum 2:2 passieren. „Das war echtes Fairplay“, betonte Heinze. „Aber das durften wir irgendwie auch erwarten.“

Fußball gespielt wurde vorher auch, und das in den ersten 20 Minuten fast ausschließlich von den Gastgebern. „Wir haben im Mittelfeld überhaupt keinen Zugriff bekommen“, gab Claus Heinze, der gemeinsam mit Karsten Erwig für die DJK verantwortlich ist, ehrlich zu. Logische Folge: Raphael Busert nutzte einen von mehreren Hochkarätern zum 1:0 (18.).

Das Trainer-Team reagierte, stellte auf eine Doppel-Sechs um, und das fruchtete sofort. Obwohl Kai Hemsing und Philip Luca Schink schon in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden musste, bekam die DJK die Partie immer besser in den Griff und hatte Pech bei einem Lattentreffer von Hannes Ueding. In der 62. Minute gab es nach Foul an Marius Borgert Elfmeter, den Tobias Hüwe zum 1:1 verwandelte. „Danach haben wir es bis auf eine Situation sensationell verteidigt“, sah Heinze einen anstürmenden SuS, der durch einen Kopfball von Lars Sparwel zum 2:1 kam (76.) – aber der spektakuläre Schlussakkord sollte ja noch folgen. 7 SuS Stadtlohn – DJK Coesfeld 2:2; Tore: 1:0 Raphael Busert (18.), 1:1 Tobias Hüwe (62., FE), 2:1 Lars Sparwel (76.), 2:2 Marius Borgert (90.+1/Strafstoß).

Startseite