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Reiten: Emily Feldmann und „Trinity’s Matrix“ glänzen beim Bundeschampionat

Ein Traum mit Gänsehaut

Coesfeld

Dabei sein unter den Besten in Deutschland, allein damit geht schon ein Traum in Erfüllung. Als schließlich zur Siegerehrung aufgerufen wird und Emily Feldmann als Viertplatzierte einreiten darf, steigert sich das ins Unermessliche. Erst die Nationalhymne, dann die Ehrenrunde zur Musik des Safri Duos – „das war die totale Gänsehaut“, staunt die 15-Jährige noch immer. Verdienter Lohn für eine tolle Leistung, die die junge Reiterin des ZRFV Coesfeld/Lette mit ihrem Pony „Trinity’s Matrix“ beim Bundeschampionat 2021 in Warendorf abgeliefert hat.

Von Frank Wittenberg

Ein starkes Duo: Erst seit Februar arbeitet Emily Feldmann mit ihrem Pony „Trinity’s Matrix“ – auf Anhieb gelang der 15-Jährigen die Qualifikation für das Bundeschampionat der fünfjährigen Ponys. Foto:

Kein Erfolg, der aus heiterem Himmel kommt. Denn Emily Feldmann arbeitet „immer schon“ mit Pferden, von kleinauf, wohl vererbt durch ihre Mutter Christel Thoms. Mit sechs Jahren absolviert sie ihre ersten Führzügel-Wettbewerbe auf Turnieren, verbringt jeden Tag viel Zeit an den Ställen im Pferdesportzentrum in Flamschen. „Wir haben zwei Pferde, die bewegt werden müssen“, sagt die Zehntklässlerin. Ein sehr zeitaufwendiges Hobby, ganz zu schweigen von dem umfangreichen Turniertagen an den Wochenenden, aber sie macht es voller Herzblut. „Zum Glück können wir in diesem Sommer wieder zu Turnieren fahren“, freut sich Emily. Im Corona-Lockdown war es lange Zeit schwierig – „aber es macht natürlich viel mehr Spaß, sich in Wettbewerben zu probieren und Erfolge zu feiern.“

Den Traum vom Start beim Bundeschampionat für junge Pferde verfolgt sie bereits das ganze Jahr über. Dabei kommt sie erst im Februar mit „Trinity’s Matrix“ zusammen, konkret mit dem Ziel, den Sprung nach Warendorf zu schaffen. „Ich hatte sofort ein gutes Gefühl“, sagt Emily Feldmann mit Blick auf ihr Pony. Auf der Sichtung in Diepholz gehen sie erstmals in den Parcours. Für „Trinity’s Matrix“, benannt nach der weiblichen Figur in den Matrix-Actionfilmen, ist es sogar die Feuertaufe. „Dafür hat es sehr gut geklappt.“ In Goch schafft das Duo in der Springprüfung Kl. A** die Wertnote 7,5 und damit die Qualifikation für das Bundeschampionat, auf der Westfalenwoche in Münster-Handorf lassen sie sogar eine 8,0 folgen.

In Warendorf ist die 15-Jährige eine der jüngsten Starterinnen und bekommt es in der starken Konkurrenz mit Mitstreitern zu tun, die schon über deutlich mehr Erfahrung verfügen. Bange machen gilt aber nicht, denn zu verlieren hat Emily ohnehin nichts. „Ich wollte einfach dabei sein, das war schon immer mein Traum“, lächelt sie. Und siehe da: In der Einlaufprüfung, die zur Gewöhnung an Platz und Parcours gedacht ist, belegt sie mit der Wertnote 7,7 den zehnten Platz. In der Final-Qualifikation ist dann mindestens eine 6,5 erforderlich, mit der maximal die besten 15 Starter weiterkommen – das Coesfelder Duo legt eine 7,8 und Rang sechs hin: Finale!

Druck macht sie sich vorher nicht, denn erreicht ist schon mehr als erträumt. „Einfach gut durchkommen, das war mein Ziel“, lächelt die Schülerin. Und das gelingt hervorragend, denn in der Springprüfung, die nun auf L-Basis ausgetragen wird, bleibt sie fehlerfrei und somit ohne Punktabzug, bekommt von den Richtern die Wertnote 7,3 – das ist Platz vier hinter Siegerin Maja Weinkopf (RV Helmstedt) mitb „Vin-Lee“ (WN 8,2) sowie Jayke Josina Junge (RV St. Peter-Ording) mit „Emilia“ (8,0) und Pia Sophie Schreiber (RV Rhede-Krommert) mit „Motsi Mabuse“ (7,5). „Vorher war ich gar nicht nervös“, versichert Emily Feldmann. „Aber nach dem Springen ist die ganze Anspannung abgefallen.“

Auf den Lorbeeren ausruhen, das ist nicht ihr Ding. Nein, sie nimmt die nächsten Ziele ins Visier, denn noch stehen einige Turniere auf dem Rücken von „Trinity’s Matrix“ an. Parallel trainiert sie für den Umstieg auf das Großpferd, denn Emily vollendet noch 2021 ihr 16. Lebensjahr. Dann will sie die nächsten Erfahrungen sammeln, gerne auf Erfolgskurs bleiben – und im Optimalfall ihr Hobby zum Beruf machen. „Ich reite sowieso jeden Tag drei bis vier Pferde“, erzählt sie. Nach der Schule eine entsprechende Ausbildung machen, vielleicht auch Kinder in ihrer Freude am Reitsport unterstützen, „das wäre mein Traum“ – der nächste, der nach der erfolgreichen Teilnahme am Bundeschampionat in Erfüllung gehen könnte.

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