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Fußball: SG 06 kürt sich mit 5:3-Finalsieg gegen TSG Dülmen zum Premierensieger

Fritz Walters Nachfahren

Coesfeld

Der Fußball-Experte, dessen Job eigentlich das Verhindern von Toren ist, hatte es exakt so vorausgesehen. „Im Finale spielen wir wieder gegen TSG Dülmen“, war sich Tim Herbstmann nach der Gruppenphase sicher. „Und dann machen wir es wie Deutschland in Bern 1954.“ Klare Niederlage gegen den Favoriten in der Vorrunde, dann das „Wunder“ beim Wiedersehen im Endspiel – was Sepp Herbergers Zuckertruppe vor 67 Jahren gegen Ungarn hingelegt hat, kann die SG Coesfeld 06 auch: Bei Fritz Walter-Wetter machte der Gastgeber Herbstmanns Ankündigung wahr, bezwang die Dülmener mit 5:3 und kürte sich beim COE-Cup 2021 zum Premierensieger!

Von Frank Wittenberg

Der Jüngste drehte mächte auf: Jonas Warmes (links), hier vor Gioel Aresu am Ball, erzielte zwei Tore selbst und bereitete einen Treffer vor. Foto: Foto: fw

Das Wasser tropfte ihnen aus allen Poren, aber das juckte die beiden Trainer kein bisschen. Was ihr Personal da über 90 Minuten abgeliefert hatte, ließ den heftigen Dauerregen völlig vergessen, der pünktlich zum Anpfiff eingesetzt hatte. „Die Einstellung war super, ganz anders als im Spiel vor einer Woche“, wusste Christoph Klaas um den entscheidenden Unterschied, den Zoui Allali an einem speziellen Punkt festmachte: „Wir sind auch nach den beiden Gegentoren zum 1:2 nicht eingeknickt und haben mutig weitergemacht.“

Tatsächlich ließen sich die Coesfelder nicht davon umwerfen, dass sie nach 20 Minuten schon höher als 1:0 hätten führen können, nun aber plötzlich in Rückstand lag durch einen Doppelschlag der TSG, die in manchen Kreisen im Vorfeld als „haushoher Favorit“ gehandelt worden war. „Der Ausgleich noch vor der Pause war eine wichtige Bestätigung für uns“, urteilte Allali.

Die Wasserschlacht, die von Bundesliga-Assistent Philipp Hüwe mit Unterstützung von Jan Hörsting und Simon Kramer trotz schwierigster Umstände sehr souverän geleitet wurde, entwickelte sich in der zweiten Halbzeit zum Krimi. Führung SG, Ausgleich TSG, dann wieder die Coesfelder vorne – da war alles drin. Einer drückte dem Geschehen besonders den Stempel auf: Jonas Warmes, eigentlich noch A-Jugendlicher, schoss zwei Tore selbst und legte vor dem letzten Treffer mustergültig für Cedric Schürmann auf. „Wie souverän er sich da gegen die erfahrenen Gegner durchgesetzt hat, war richtig stark“, lobte Christoph Klaas den Youngster, der bisher in der Vorbereitung einen tollen Eindruck hinterlassen habe. Aber grundsätzlich wollte das Trainer-Duo keinen einzelnen Spieler hervorheben: „Kämpferisch und fußballerisch war das überragend.“

0:6 in der Vorrunde, jetzt 5:3 im Finale – das „Wunder von Coesfeld“ hat Laune gemacht und gibt Ansporn für die nächsten Wochen. „Wir haben gesehen, was wir können“, stellte Zoui Allali fest, dem aber bewusst war, dass sich die junge Mannschaft daran sicherlich nicht immer messen lassen kann. „Unser Ziel ist es, eine solche Leistung so oft und so lange wie möglich abzurufen.“ Dann werden Fritz Walters Nachfahren ihren Fans noch viel Freude bereiten.

Während der Finalspiele hatten die Verantwortlichen Spendenboxen für die Flutopfer der Unwetterkatastrophe aufgestellt. Grund genug für den Sieger, ein starkes Zeichen zu setzen. „Wir spenden unseren Gewinn für diesen Zweck“, kündigte Lucas Jacobs bei der Siegerehrung an. 400 Euro aus dem Team gingen so zusätzlich in die Box, ebenso die kompletten Spesen der Schiris Philipp Hüwe, Jan Hörsting und Simon Kramer – ein perfekter Abschluss des ersten COE-Cups. 7 Das Spiel um Platz drei gewann SuS Stadtlohn mit 2:1 gegen SC Reken, Für den SuS trafen Anton Macha (8.) und Kevin Meise (66.), für den SC Reken schoss Julian Hösl den zwischenzeitlichen Ausgleich (29.).

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