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Handball: Die Saison 2021/22 ist endgültig abgebrochen – Mini-Runden geplant

Hart, aber verständlich

Coesfeld. Die Spiele bei der Handball-WM zu sehen, aber selbst nicht den Ball werfen zu können, das tut schon weh, da ist Magda Hemker ehrlich. Die Gewissheit, in dieser Saison tatsächlich kein Meisterschaftsspiel mehr austragen zu können, schmerzt ebenfalls – stößt aber bei der Rückraumspielerin der DJK Coesfeld auf Verständnis. „Mit Blick auf die allgemeine Corona-Situation ist das nicht anzuzweifeln“, hält die 28-Jährige die Entscheidung des Handballverbandes Westfalen, den Meisterschaftsbetrieb nicht wieder aufzunehmen, für richtig. „Wir sind traurig, aber wir sind uns auch mit der gesamten Mannschaft einig, dass wir unter diesen Umständen nicht auf Kontaktsport pochen können.“

Frank Wittenberg

Magda Hemker in Aktion – auf dieses Erlebnis müssen die Spielerinnen und Fans noch länger verzichten. Der Verband hat die Saison 2021/22 endgültig abgebrochen. Foto: az

Für Dirk Haverkämper kam die Nachricht nicht wirklich überraschend. „Wir sind ja weit davon weg, den Spielbetrieb wie vorgesehen am 1. März wieder aufzunehmen“, zuckt der Trainer der DJK-Damen mit den Schultern. Deshalb müsse realistischerweise anerkannt werden, dass keine andere Entscheidung möglich sei, als die Saison komplett abzusagen. Auch nach dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr und der Rückkehr in den Sport habe es noch etliche Wochen gedauert, bis seine Mannschaft tatsächlich wieder in der Halle spielen durfte: „Vorher hatte das Training noch lange draußen stattgefunden.“

Welche Auswirkungen die Regelung habe, dass es zum zweiten Mal in Folge keine Absteiger, aber durchaus Aufsteiger in die höhere Ligen geben könne, sei noch nicht abzuschätzen. „Es könnte Konstellationen geben, in denen ein Verein sagt, dass er gerne weiter oben anpacken möchte“, schätzt Haverkämper. „Ich gehe aber davon aus, dass die meisten Mannschaften in ihrer jetzigen Liga bleiben werden.“ Ein Vorgehen, das sicherlich Sinn mache, denn in dieser Spielzeit hätten ja so gut wie keine Spiele stattgefunden – maximal drei pro Team waren es in der Damen-Verbandsliga, die DJK-Damen standen sogar nur ein einziges Mal für Meisterschaftspunkte auf der Platte.

Wenn es tatsächlich wieder Aufsteiger gebe, könne es in einigen Ligen sehr voll werden. Aber der Trainer hält es mit dem Motto „Ruhe bewahren und abwarten“, denn vor einiger Zeit sei auch mal die Zahl von zwölf Mannschaften pro Staffel durch die Zeilen gegeistert: „Dann müssen eben mehrere kleinere Gruppen gebildet werden.“

Untätig bleiben wollen die DJK-Handballerinnen und ihr Trainer dennoch nicht. Das gemeinsame Online-Training gehe mit reichlich Motivation weiter. „Wir wollen fit bleiben für den Moment, wenn wir in die Halle zurückkehren dürfen“, verspürt Magda Hemker noch immer eine sehr gute Stimmung im Team. Alle seien im Lockdown viel daheim und hätten wenig Bewegung, da sei es umso schöner, am Abend noch eine Jogging-Runde zu drehen oder gemeinsam online zu trainieren.

Und das zuletzt auch mit einem neuen Angebot: Bärbel Hemker, die Mutter der DJK-Spielmacherin, führt mit den Coesfelderinnen Yoga-Einheiten durch. „Das ist gut für die Beweglichkeit und bietet eine schöne Abwechslung“, sagt Dirk Haverkämper, der das auch am eigenen Leib ausprobiert hat. Über den Tellerrand der eigenen Sportart hinauszublicken, sei immer eine gute Sache. „Uns hilft auch das gemeinsame Training mit den Leichtathleten im Sommer immer weiter.“

Trotzdem sehnt sich der Trainer ebenso wie alle Spielerinnen nach einer Rückkehr auf das Parkett. Wenn im späten Frühjahr eine Freundschaftsrunde möglich sei, wie sie der Verband organisieren will, dann sei seine Mannschaft gerne dabei. „Wir haben so etwas ja schon in der Saisonvorbereitung angepackt“, denkt Haverkämper an die inoffizielle „Münsterland-Meisterschaft“ mit Hin- und Rückspiel gegen Vorwärts Wettringen und Westfalia Kinderhaus zurück, aus der die DJK-Damen als Sieger hervorgegangen sind. So eine Turnierform könne der erste Schritt zurück in die Normalität sein – und ein Aufgalopp für eine „echte“ Handball-Saison 2021/22.

Darauf hofft auch Magda Hemker. Eine lange Zwangspause, das kennt sie von ihrem Kreuzbandriss im Jahr 2016. „Jetzt fühlt sich das aber schlimmer an, weil man ja fit ist und eigentlich spielen könnte“, sagt die Lehramtsanwärterin für Englisch und Sport am Städtischen Gymnasium Ochtrup. Die geplanten Alternativen, möglicherweise erste Spiele wieder im späten Frühjahr, das gebe Hoffnung. „Wir bleiben motiviert“, verspricht Magda Hemker. „Und wir freuen uns einfach darauf, dass es irgendwann wieder losgeht!“

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