1. www.azonline.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. Heißer Tanz auf der letzten Rille

  8. >

Fußball: Halbfinale rückt nach 1:2 gegen den SC Reken in weite Ferne

Heißer Tanz auf der letzten Rille

Coesfeld

Die große Schlussoffensive entpuppte sich als laues Sommerlüftchen. Der Tank war leer – was die Trainer aber nicht verwunderte. Das zweite Spiel binnen 46 Stunden, dazu stattliche Temperaturen unter sengender Sonne, und damit nicht genug: „13 Ausfälle haben wir“, zuckte Claus Heinze mit den Schultern. Blessuren und Urlaubsreisen reduzierten den Kader der DJK Coesfeld so weit, dass sie auf der letzten Rille unterwegs und nicht in der Lage waren, die 1:2-Niederlage beim COE-Cup gegen den SC Reken zu verhindern. „Keiner verliert gerne“, sagte Karsten Erwig. „Aber wir sind wegen der Voraussetzungen trotzdem stolz auf die Jungs.“

Von Frank Wittenberg

Der Torschütze: Tobias Hüwe (links), hier attackiert vom Rekener Kevin Mulè-Ewald, verwandelte den Elfmeter zur zwischenzeitlichen Führung der DJK. Foto: Foto: fw

In der Schlussphase warfen sie sogar die Geheimwaffe ins Getümmel: Oliver Vennes, eigentlich Betreuer, kam auf den Rasen, um tatkräftig mitzuhelfen, die drohende Niederlage abzuwenden. Bis dahin hatten sich schon Kicker wie Tomasz Dabrowski aus der zweiten Mannschaft oder Wilm Schulze Baek und Hannes Ueding aus der A-Jugend sehr engagiert gegen die erfahrenen Gäste von Trainer Frank Schulz gestemmt. „Und das gegen einen potenziellen Titelanwärter“, schätzt Erwig den Bezirksliga-Konkurrenten aus Reken in dieser Saison sehr stark ein. „Die werden sicher oben dabei sein.“ An diesem Nachmittag eine (zu) große Herausforderung für das dezimierte DJK-Team. „Andererseits war es ja gut, die Jungs aus der zweiten Reihe in einem solchen Stresstest zu sehen“, gewann Karsten Erwig der ungewöhnlichen Aufstellung auch positive Aspekte ab.

Dabei begann die Partie hervorragend für die DJK’ler: Linus Schultewolter schickte Adrian Koschany mit einem langen Ball auf die Reise, der war nur durch ein Foul zu stoppen – Schiri Timo Ebbing entschied in der fünften Minute auf Elfmeter, den Tobias Hüwe sicher zum 1:0 verwandelte. In der Folge traten die Rekener mit deutlich mehr Ballbesitz auf und kamen in der 18. Minute zum verdienten Ausgleich, als Kevin Korte unter Mithilfe des ansonsten guten DJK-Keepers Justin Weiner zum 1:1 in den Winkel traf.

Klare Torchancen blieben im weiteren Verlauf Mangelware. Tobias Hüwe zielte nach schöner Einzelleistung aus spitzem Winkel zu hoch (44.), auf der anderen Seite rettete Justin Weiner per Fußabwehr gegen Mats Rohling (52.). In der 74. Minute war Weiner chancenlos, als der Ball nach einem Konter über Mats Rohling und Kilian Niewerth bei Max Gorczyza landete, der völlig frei zum 1:2 vollendete.

Das Ding jetzt noch zu biegen, gestaltete sich als Herkulesaufgabe. „Wir hatten verständlicherweise nicht mehr viel zuzusetzen“, gab Claus Heinze zu. Dennoch fehlten in der 83. Minute nur Zentimeter zum Ausgleich, als Kai Hemsing den Ball nach einem Heinze-Freistoß vor das Tor brachte und Jonas Krumbeck, ebenfalls einer aus der „Zweiten“, die Kugel an den Innenpfosten bugsierte. „Das wär’s gewesen“, bedauerte der Spielertrainer. So blieb es beim 1:2.

Das Halbfinale bei der Premiere des Sommerturniers, das die Eintrachtler gemeinsam mit der SG 06 ausrichten, ist damit in weite Ferne gerückt. „Wir werden trotzdem gegen einen richtig guten Gegner alles probieren“, versprach Heinze mit Blick auf das letzten Gruppenspiel gegen den SuS Stadtlohn, der sich bereits für die Runde der letzten Vier qualifiziert hat. Ein Sieg muss her, zeitgleich darf der SC Reken nicht gegen SF Merfeld gewinnen. „Abwarten“, wollte er das Thema noch nicht abhaken, zumal es personell wieder Stück für Stück besser wird. Kräfte sammeln, neu anpacken – das Programm bis dahin stand für Claus Heinze nach 180 Minuten binnen kurzer Zeit fest: „Ab in die Eistonne!“ 7 DJK Coesfeld – SC Reken 1:2; Tore: 1:0 Tobias Hüwe (5., FE), 1:1 Justin Weiner (18., ET), 1:2 Max Gorczyza (74.).

Startseite