Parasport: Sonderpreis „Besondere Leistung 2020“ für Mathias Mester

„Ich bin eben verrückt“

Coesfeld. Besondere Auszeichnung für einen außergewöhnlichen Sportler: Mathias Mester erhält vom Deutschen Behindertensportverband den Sonderpreis „Besondere Leistung 2020“ – damit würdigt der Verband die große Aufmerksamkeit, die der Speerwerfer aus Coesfeld mit seinen humorvollen Clips über die „Parantänischen Spiele“ auf den Parasport gelenkt habe. Über die Ideen, die Ehrung und die nächsten Projekte sprach unser Redaktionsmitglied Frank Wittenberg mit dem 34-Jährigen.

Allgemeine Zeitung

Allen Grund zur Freude hat Para-Sportler Mathias Mester: Er bekommt vom Deutschen Behindertensportverband den Sonderpreis für „Besondere Leistungen 2020“ – weil er den Menschen mit seinen Aktionen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Fotos: Archiv Foto: az

Matze, herzlichen Glückwunsch zum Sonderpreis – hast Du damit in irgendeiner Form rechnen können?

Mathias Mester: Ich habe davon tatsächlich erst kurz vorher erfahren. Das freut mich, und ich schätze die Auszeichnung sehr. Eigentlich müsste es diesen Preis aber gar nicht geben, denn ich bin einfach wie ich bin.

. . . und zwar einer, der andere Menschen zum Lächeln bringen möchte.

Mester: Genau. Dabei ist die Idee zu den Parantänischen Spielen nur entstanden, weil die Paralympics wegen Corona abgesagt werden mussten. Ich hatte mich gut vorbereitet und war gut drauf, konnte aber nicht starten. Also habe ich meine eigenen Spiele unter Quarantänebedingungen ins Leben gerufen.

Dabei hast Du die verschiedensten Sportarten auf Deine ganz eigene Art und Weise ausprobiert und kommentiert. Was hat am meisten Spaß gemacht?

Mester: Alles hat Spaß gemacht, ob es Kraulschwimmen, Kajak, Volleyball oder rhythmische Sportgymnastik war. Natürlich auch das Springreiten auf meinen Gummipferd Red Pegasus. Wobei es in Wirklichkeit wohl echt schwer sein dürfte, ein großes Pferd so unter Kontrolle zu halten – das ist nicht ohne.

Die Resonanz auf Deine Clips war riesig.

Mester: Überwältigend. Ich habe damit über Facebook und Instagram insgesamt über drei Millionen Menschen erreicht. Und das Allerbeste: Durch den Ticketverkauf als Charity-Aktion habe ich für die Aktion Mensch 6400 Euro als Spende gesammelt.

Rufen der Spaß und der Erfolg nach einer Wiederholung?

Mester: Auf jeden Fall. Deshalb wird es am dem 27. Dezember für zwei Wochen die Parantänischen Winterspiele geben, mit denen ich die Leute wieder zum Lachen bringen möchte. Viele haben Bock darauf und mir gesagt, dass sie im Frühjahr immer auf den nächsten Clip gewartet haben. Also muss es weitergehen, zumal Corona ja leider noch immer ein großes Thema ist.

Welche Sportarten werden diesmal zu sehen sein?

Mester: Rodeln und Bobfahren werden dabei sein, auch Eishockey oder Skispringen, inklusive einiger Special Guests. Alles wird wieder in Coesfeld aufgenommen. Ich werde da wieder kreativ sein, denn ganz oft kommen mir beim Dreh selbst noch spontan Ideen. Ich bin eben verrückt, aber wenn die Menschen darüber lachen können, ist das in Ordnung.

Wird es dazu wieder eine Charity-Aktion geben?

Mester: Natürlich. Auch diesmal kann wieder über einen Ticketverkauf für den guten Zweck gespendet werden. Dafür habe ich mir zwei Projekte ausgesucht – welche, das wird noch nicht verraten.

Parallel läuft die Vorbereitung auf die Paralympics 2021 in Tokio, außerdem bis Du am Sonntag wieder in „Beat the box“ auf VOX zu sehen. Passt das alles gut zusammen?

Mester: Die Drehs und Aktionen sind eine willkommene Abwechslung im Trainingsalltag. Schon die Planungen machen richtig Spaß. Und ich nehme mich auch gerne selbst auf die Schippe.

Wie groß wäre die Freude, wenn 2021 auch noch der Titel „Para-Sportler des Jahres“ hinzukommen würde?

Mester: Das wäre natürlich super, zumal ich den ja schon 2007 gewonnen habe. Aber viele Parasportler arbeiten für diese Auszeichnung. Und ich gönne es jedem, denn ganz viele hätten sie verdient. 7 Mathias Mester ist am kommenden Sonntag (29. 11.) ab 19.10 Uhr wieder an der Seite von Detlef Steves („Ab ins Beet“, „Hot oder Schrott“) und Marco Cerullo („Bacheler in paradise“) in der Quizdoku „Beat the box“ auf VOX zu sehen.

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