Handball: DJK-Herren zurück im Training – auf dem Bolzplatz

Kicken und quatschen auf der Wiese

Coesfeld. Der Ball ist größer als gewohnt, und kräftig bearbeitet wird er mit den Füßen, was sonst in dieser Sportart verpönt ist. Aber das ist ihnen an diesem Abend völlig egal. „Handball wäre hier ja schwierig“, grinst Niels Heuermann mit Blick auf den Bolzplatz hinter der Sirksfelder Schule. „Also weichen wir auf Fußball aus.“ Was restlos zweitrangig ist, denn im Mittelpunkt steht bei den Bezirksliga-Handballern der DJK Coesfeld das Gemeinschaftsgefühl. Die Riesenfreude, endlich wieder „echt“ in der Gruppe zu trainieren, nicht nur online – und, wie der Torwart es treffend ausdrückt: „Wir können auch mal wieder dummes Zeug erzählen!“

Frank Wittenberg

Ende Oktober standen sie zum letzten Mal auf dem Hallenparkett, das ist genau sieben Monte her. Eingeschlafen ist das Mannschaftstraining seitdem nicht. „Wir haben uns kontinuierlich einmal in der Woche online getroffen“, erzählt Heuermann. Nino Adler kann nicht nur auf dem Feld die Fäden ziehen, sondern hat auch in diesem Fall mit einem Fitnessprogramm dafür gesorgt, dass die Muskeln nicht völlig einrosten. Kleine Challenges haben Abwechslung bereitet, mal anstrengend, mal lustig wie bei der spannenden Frage: Wer kann am weitesten aus der Schaukel springen?

Alles in Ordnung, aber natürlich kein Vergleich zum richtigen Training. Mit den Lockerungen, nachdem der Kreis Coesfeld unter die 50er-Inzidenz gerutscht war, durfte zumindest draußen wieder in der Gruppe trainiert werden. Fragte sich nur: wo? „Die Plätze sind schon wieder durch die Fußballer und Leichtathleten sehr belegt“, verweist Niels Heuermann darauf, dass auch diese Flächen noch nicht wieder auf „Volllast“ laufen, um die Abstandsregeln einzuhalten. Aber die Lösung lag auf der Hand: Der Bolzplatz an der Sirksfelder Schule, den Hausherrin Maria Bücking und Handball-Abteilungsleiter Thomas Bücking hegen und pflegen, kann im Rahmen der freien Kapazitäten genutzt werden. „Alle sehnen sich danach, wieder den Ball in die Hand zu nehmen“, lächelt Heuermann. „Aber das hier draußen ist eine coole Alternative.“ Und allemal besser, als zum x-ten Mal durch die Promenade zu joggen.

Wobei die Sehnsucht nach Handball tatsächlich ab morgen gestillt wird. Denn ab sofort ist auch wieder Hallentraining zulässig – und das nehmen die DJK-Herren gerne wahr, zumal direkt die erste Einheit mit dem neuen Trainer Bodo Dreger ansteht. „Wir sind gespannt“, versichert Niels Heuermann. Zum Beispiel darauf, wie es sich anfühlt, den Ball wieder lang durch die Halle zu werfen. „Da wirst du die Schulter spüren“, ist sich der Schnapper sicher, der immerhin ebenso wie sein Torwartkollege Kai Michel von sich behaupten kann, schon seit Monaten kein Gegentor kassiert zu haben. Schnelle Seitwärtsbewegungen, typische Handballaktionen, all das haben sie eine gefühlte Ewigkeit nicht machen können. Von null auf 100 durchstarten, das wird nicht möglich sein.

Aber es bleibt ja noch Zeit. Auf Anfang September hat der Handballverband den Saisonstart vorerst terminiert. Bis dahin kann sich die Mannschaft finden, mit dem neuen Trainer, mit den Neuzugängen Sebastian Rotte, einem Torwart aus Recklinghausen, und Brian Witt, einem Rechtshänder vom VfL Ahaus. „Die Stadt will versuchen, auch über den Sommer möglichst vielen Hallenzeiten zur Verfügung zu stellen“, freut sich Heuermann. „Und die werden wir auch brauchen.“ Wie schnell sie wieder zu alter Form kommen, wie überhaupt die Bezirksliga nach der erneut abgebrochenen Saison aussehen wird, all das ist noch ziemlich ungewiss – aber den allerwichtigsten Schritt können die DJK’ler genau jetzt unternehmen. „Wir trainieren wieder gemeinsam“, sagt Niels Heuermann. „Das ist ein Riesenspaß!“

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