Das Tanz-Centrum kehrt unter freiem Himmel ins Training zurück

„Live“ lässt die Augen strahlen

Coesfeld. Auf der Rasenfläche hinter dem Tanz-Centrum üben sich die „Dance Monkeys“ in geschmeidigen Bewegungen. Okay, es sind tatsächlich die „Little Twinkles“ mit den Trainerinnen Tatjana und Annika Oudemaat, aber sie arbeiten an einer Choreo zur besagten Musik von „Tones and I“. Ein paar Meter weiter auf dem Parkplatz fliegen bunte Tücher durch die Luft, geschwungen von den „Tanzelfen“. Die Augen strahlen, nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei Silke Eckrodt. „Endlich sehen wir uns wieder live“, lächelt die Jugendwartin des Tanz-Centrum Coesfeld. „Und alle spüren sofort, wie wichtig das ist.“

Frank Wittenberg

Die „Tanzelfen“ lassen die Tücher fliegen: Nach monatelangem Online-Training dürfen die Kindergruppen des Tanz-Centrum Coesfeld unter freiem Himmel wieder gemeinsam loslegen. Fotos: fw Foto: az

Elf Tanzgruppen mit Kindern unter 14 Jahren legen im ersten Schritt wieder los. Noch nicht in den beiden Sälen am Rottkamp, sondern unter freiem Himmel, zeitversetzt, mit Abstand, außerhalb der „Tanzfläche“ auch mit Maske. Die Regeln halten sie alle gerne ein – „weil die Kinder und auch die Trainerinnen sich riesig auf den Neustart gefreut haben“, betont Silke Eckrodt. Seit Ende Oktober war der Kontakt nur online über Zoom möglich, jetzt endlich wird wieder „in echt“ getanzt.

Und das in voller Besetzung, womit die größten Bedenken der Verantwortlichen schnell zerstreut sind. „Einige Kinder sind in den Zoom-Sitzungen nie aufgetaucht“, weiß die Jugendwartin und Trainerin zu berichten. Die Sorge, ob nach so langer Zeit tatsächlich alle Mitglieder zurückzugewinnen seien, habe durchaus im Raum gestanden. Von der Resonanz auf den Wiederbeginn der Übungsstunden seien sie sehr positiv überrascht gewesen. „Das fühlte sich gerade für die kleineren Kinder sicherlich zunächst ungewohnt an, weil sie sich lange nicht gesehen haben“, erzählt Silke Eckrodt. Aber die kleine Hemmschwelle habe sich in allen Gruppen sehr schnell wieder gelöst.

Eine gewisse Flexibilität ist in der Startphase noch gefordert. So standen die „Dance Monkeys“ bei den „Little Twinkles“ bisher noch gar nicht auf dem Plan. „Wir hatten zuletzt eigentlich an einer anderen Choreo gearbeitet“, erzählt Trainerin Tatjana Oudemaat, die sich gemeinsam mit ihrer Schwester Annika um die etwa zehnjährigen Mädels kümmert. „The last time“ von „The Script“ stand ursprünglich auf dem Programm und sollte die Eltern auf der Weihnachtsfeier verzaubern. „Dazu gehören aber auch Figuren am Boden, und das ist hier schwierig“, sagt Tatjana Oudemaat mit Blick auf die Rasenfläche, die eigentlich zum benachbarten Gerätehaus gehört, aber nach Absprache mit der Stadt und der Freiwilligen Feuerwehr nun vom Tanz-Centrum genutzt werden darf. Also wird improvisiert – demnächst wohl mit einem HipHop-Song, kündigt Annika Oudemaat an: „Die Kinder wünschen sich das, und sie dürfen natürlich mitentscheiden.“

In das Vergnügen, zumindest unter freiem Himmel starten zu können, dürfen nach der seit Freitag gültigen Corona-Schutzverordnung auch die älteren Tanzgruppen wieder kommen. „Das wollen wir natürlich auch zeitnah anbieten“, kündigt Silke Eckrodt an. „Die Infos an die einzelnen Gruppen kommen dann rechtzeitig über die Trainer.“ Leider seien nach wie vor noch keine Lockerungen für die Tanzpaare in Sicht, von denen viele auch gerne wieder bei Turnieren starten würden. „Davon sind wir sicherlich noch ein Stück entfernt, aber zumindest die Rückkehr ins Training würde sehr helfen.“ Zumal das Tanz-Centrum mit zwei Sälen und einem abgestimmten Terminplan da sehr gut aufgestellt sei. „Wir hoffen, dass auch in diesem Bereich bald etwas passiert“, sagt Silke Eckrodt. „Gerade die Paare im Turniersport haben durch den Lockdown sehr gelitten.“

Immerhin: Der erste Schritt bei den Kindern ist gemacht. Und die haben ihre Beweglichkeit über die vielen Monate nicht eingebüßt, stellt Annika Oudemaat erfreut fest. An der Fitness und Beweglichkeit haben sie auch online gearbeitet, wenn auch das Feilen an den Choreos nicht möglich war. „Die setzen sich aber nach und nach wieder zusammen“, macht Silke Eckrodt die Erfahrung, dass irgendwer aus der Gruppe immer weiß, wie es weitergeht. Denn auch das ist eine wichtige Erkenntnis: „In der Gemeinschaft bekommen wir das wieder hin!“

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